Mit dem Raumschiff, das einst ein Mensch in ihre Welt brachte, verlassen drei Affenwissenschaftler ihren Planeten, der wenig später durch eine Explosion vernichtet werden soll und landen im Zeitalter der Menschen. Dort werden sie zunächst von Fachwelt und Presse gleichermaßen bestaunt, bis Überraschung und Neugier schließlich umschlagen und sie um ihre Freiheit fürchten müssen.
Obwohl "Planet der Affen" ein in sich geschlossener Film war, der nicht zwingend einer Weiterführung bedurfte, erschien doch kurze Zeit später "Rückkehr zum Planet der Affen", der seinem Vorgänger sowohl in Spannung und Atmosphäre, als auch in Inhalt und Gesellschaftskritik nachstand, aber immer noch überdurchschnittlich gut war. Mit "Flucht vom Planet der Affen" setzt Regisseur Don Taylor im Grunde neu an und wirft nun sprechende Affen in eine Menschenwelt, also ist der status quo genau umgekehrt, wie beim ersten Teil der Reihe, der zum Klassiker avancierte.
"Flucht vom Planet der Affen" wandelt vielleicht allzu sehr auf den Spuren des ruhmreichen ersten Teils der Reihe, so sind außer dem Rollentausch Mensch/Affe hier wenig Innovationen eingebracht, die den Teil wirklich auf eigenen Beinen stehen lassen würden. So wirkt er zu sehr wie ein Abklatsch des Vorgängers und kann sich dieses Eindrucks leider auch nur punktuell erwehren, zumal die beiden Hauptfiguren, das Affen-Wissenschaftler-Pärchen Cornelius/Zira, ja schon hinreichend bekannt ist. Gut ist dabei letztlich vor allem die Kritik an der Menschenwelt, vor allem an den Medien gelungen, wobei auch die zentrale Frage, die aufgeworfen wird, nicht ganz uninteressant ist: Ist es richtig, die Affen unfruchtbar zu machen, ihren Nachwuchs zu töten, um zu verhindern, dass sie in ein paar tausend Jahren möglicherweise die Menschheit von der Spitze der Evolution verdrängen. Weitergesponnen kann dies allgemein auf die Einschränkung persönlicher Freiheitsrechte zum Schutz von Volk und Staat übertragen werden.
Damit hätte "Flucht vom Planet der Affen" vermutlich immer noch ein überdurchschnittlicher Film werden können, doch dafür ist er beim besten Willen, vor allem zum Ende hin, allzu rührselig ausgefallen. Der Niedergang der Affen, denen lediglich ein idealistischer Wissenschafter und ein paar seiner Freunde weiterhelfen, wird recht kitschig dargestellt und ist zudem auch recht kalkulierbar. Dafür ist das Ganze von Regisseur Don Talyer relativ straff erzählt, erneut mit dem gelungenen Score von Jerry Goldsmith unterlegt und auch im Hinblick auf die recht authentisch wirkenden Affenmasken, die durchaus die Mimik der Darsteller erkennen lassen, gut gelungen und daher unterhaltsam. Der Cast ist derweil ebenfalls solide bis ordentlich, bietet aber nichts auf, was Charlton Heston aus dem ersten Teil das Wasser reichen könnte.
Fazit:
"Flucht vom Planet der Affen" ist qualitativ schwächer als seine Vorgänger. Letztlich ist er nämlich nicht viel mehr als ein Abklatsch des ersten Teils, nur eben mit Rollentausch und ist zudem mitunter recht rührselig, während die Kritik an Medien und Politik doch ganz gut, teilweise auch bissig ausfällt. Unterhaltsam ist das Ganze zudem auch und damit durchaus noch im Rahmen des Sehenswerten.
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