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Die Anthologie ist ein schwieriges Filmthema. Gerade im britischen Film hat man in den 1960er- und den 1970er- Jahren mit der Filmschmiede Amicus und den Hammer Studios ein echtes Heim für kultige, atmosphärische Gruselfilme dieser Art gefunden. Nun kommt Thomas Pill, der hier den Friedhofsgärtner mimt, um die deutsche Underground-Ecke und meint er könne diesem klassischen Genre gerecht werden, indem er es mit seinen amateurhaften Kurzgeschichten wiederbelebt. Dem ist nicht so. Pill enttäuscht in der ersten Stunde mit sinnlosen Aneinanderreihungen, die weder wirklich Geschichten darstellen noch den Geist früherer Tage einatmen. Erst bei der Geschichte mit dem Scheintod wird es interessant, vorher wurden nur inszenierte Morde und Visionen gezeigt, inhaltslos, dialogarm und ohne Charme. Die Geschichte um einen Mann, der seinen Tod vortäuschen will, um seinem alten Leben zu entfliehen, ist nett gemeint, zieht sich aber mit einem fast 15 minütigen Beratungsgespräch dermaßen in die Länge, das man sich schon echt wundern muss, warum Pill das nicht kürzer fassen konnte. Wenigstens der Nebenstrang mit Lucia und dem Fremden mag zu überzeugen, auf skurrile Weise. Dass dabei ein Clown noch eine wichtige Rolle spielen wird, ist in Zeiten von Killerklowns und ES recht amüsant. "Stories of the Dead - Die Farm" ist ein passabel inszenierter Independent-Film, der durchaus ambitioniert ist, aber ständig wirr und konfus erzählt wird, dabei für Trash zu gut und für Horror zu schlecht ist. Gore und Action vermisst man leider auch. In Nebenrollen sind Ralf Richter, Florian Simbeck, Eva Habermann, Giulia Siegel und Matthias "Moloch" Schmidt zu sehen, die alle Zeit und Lust hatten hier mitzuwirken, aber keine großen Dinge vollbringen müssen

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