Wie soll denn ein abendfüllender Film aussehen, der auf einem Geschicklichkeitsspiel basiert, - und das bereits zum zweiten Mal? Das hat bei der ersten Filmumsetzung insofern funktioniert, als dass das Spiel „Angry Birds“ zu der Zeit noch relativ angesagt war, wogegen vorliegende Fortsetzung deutlich zu spät kam und an den Kinokassen floppte. Ein wenig zu unrecht, denn die Gagdichte ist erstaunlich hoch.
Nachdem der Vogel Red auf Bird Island als Held gefeiert wird, weil er maßgeblich am Sieg über die Schweine beteiligt war, schlagen jene nun einen Waffenstillstand vor. Denn es gibt eine dritte Insel, auf der Adlerdame Zeta einen fiesen Plan entwickelt hat, um Schweine und Vögel aus ihrer jeweiligen Heimat zu vertreiben. Red, seine Freunde und einige Schweine müssen sich zwangsläufig zusammenraufen…
Im Spiel dienten diverse Vögel als Wurfgeschosse, um die grünen Schweine in entsprechenden Verschlägen mit möglichst wenigen Versuchen verschwinden zu lassen, - also schon mal kein geeignetes Fundament für tiefgründige Figuren oder eine ausgeklügelte Story.
Doch rasch sind die wesentlichen Charaktere mit Red, Chuck, Bombe und der cleveren Ingenieurin Silver eingeführt, während drei Küken auf der Suche nach ihren Geschwistereiern einen drolligen Nebenhandlungsstrang ausfüllen. Zwar bleiben die Figuren eher oberflächlicher Natur, doch im Zusammenspiel entsteht einige Dynamik, zumal der flotte Erzählfluss kaum Verschnaufpausen zulässt.
Der schlichte Inhalt setzt indes weniger auf ein ausgeklügeltes Abenteuer, denn auf Slapstick und Situationskomik, was beim Trojanischen Pferd in Form einer Adlerpuppe seinen humorigen Höhepunkt findet. Erstaunlich gelungen ist auch der Einsatz einiger Songs der Achtziger, die sich folgerichtig an ein reiferes Publikum wenden. So gibt es Breakdance zu Harold Faltermeyers „Axel F“, eine kurze Annäherungsszene zu „Hello“ von Lionel Richie und Schweine in Badeanzügen, zu dem passenderweise „I´m too sexy“ von Right Said Fred erklingt.
Animationstechnisch geht die Chose meistens nicht allzu sehr ins Detail. Die Mimik der Figuren zählt definitiv zu den Stärken, wogegen einige Landschaften ein wenig karg ausgearbeitet wurden. Auch zum Finale halten sich die Schauwerte in Grenzen, obgleich sich die Qualität der Animation insgesamt sehen lassen kann. Gleiches gilt im Auditiven für die Synchronsprecher um Christoph-Maria Herbst und Anke Engelke.
Unterm Strich sind eher die jüngeren Zuschauer angesprochen, obgleich eine kurze Zeitreise in die Neunziger das eine oder andere Augenzwinkern bereithält. Das Abenteuer gestaltet sich harmlos, weitgehend überraschungsfrei und nicht übermäßig spannend, doch einige Running Gags wie ein Hund im Eisblock oder das effektive Timing innerhalb einiger Situationskomik halten das inhaltlich dünne Konstrukt einigermaßen beisammen und bescheren anspruchslosen Betrachtern einen soliden Unterhaltungswert.
6,5 von 10