Sein Regiedebüt „Outcast – Die letzten Tempelritter“ muss Nick Powell so viel Freude bereitet haben, dass er Nicholas Cage erneut die Hauptrolle zuschusterte. Mit der Mischung aus „Alarmstufe: Rot“ und CGI-Tierhorror werden vor allem Trashfreunde angesprochen.
Jäger Frank (Cage) konnte soeben einen weißen Jaguar fangen und befindet sich an Bord eines alten Tankers von Brasilien nach Puerto Rico. Mit ihm an Bord eine Sondereinheit, um den Auftragskiller Loffler (Kevin Durand) auszuliefern. Doch Loffler kann fliehen, einige Bewacher töten und die meisten Tiere freilassen…
„I´ve got a real nice Cage for you“
Der Einstieg im Regenwald gestaltet sich aufgrund minderwertiger CGI ein wenig zwiespältig: Während ein zu enges T-Shirt ein kleines Bäuchlein bei Cage abzeichnen lässt, darf er anbei und mal wieder einen Trinker mimen, der es mit der Moral nicht so genau nimmt. Der Albino-Jaguar ist allerdings ziemlich unglücklich in Szene gesetzt, denn allzu geschmeidig bewegt sich die Katze nicht und beim Gesicht hat man den Eindruck, als würde es gleich mit ziemlich hoher Stimme auf Cage einquasseln. Gleiches gilt für einige Primaten, die sich zwar runder bewegen, jedoch recht klobig ausgearbeitet sind.
Nach etwas zu langem Geplänkel auf dem Schiff geht es mit dem Ausbruch des Killers ordentlich ans Eingemachte, wobei die ausgebrochenen Tiere eine untergeordnete Rolle spielen. Obgleich der Jaguar frei umherstreift, geht von dem weniger eine Gefahr aus als von den angriffslustigen Affen oder zwei Giftschlangen. Loffler offenbart indes früh seine Skrupellosigkeit, denn er macht keine Gefangenen und hat augenscheinlich einen Plan, den anberaumten Kurs auf hoher See zu ändern.
Somit sind ordentlich Tempo und Bewegung im Spiel, während kurze Schießereien und ein knackig inszenierter Fight auf engem Raum für Abwechslung sorgen. Trotz einiger Blutlachen und Einschüsse geht es nicht übermäßig brutal zu, das Zerfleischen durch Affen wurde gar direkt ins Off verlegt. Überraschungen sollte man bei dem Treiben nicht erwarten, - die Chose verläuft relativ erahnbar, einschließlich des Showdowns mit erneutem Fight und anschließender Falle.
Darstellerisch wird Cage nicht allzu sehr gefordert, bei den Kämpfen musste er jedoch weitgehend selbst ran und beweist trotz kleiner Wampe eine gewisse Restbeweglichkeit. Davon kann bei Famke Janssen als Ärztin kaum mehr die Rede sein, denn mit überaus künstlich wirkenden Haarteilen und mehr Botox als Gesichtshaut wirkt sie wie ein Püppchen mit spärlicher Mimik.
Am meisten Eindruck hinterlässt Kevin Durand als Killer, denn das psychopathische Grinsen und die physische Präsenz runden den Eindruck eines angemessenen Bösewichts durchaus ab.
Eine Geschichte auf einen recht begrenzten Schauplatz zu beschränken, birgt stets die Gefahr der Eintönigkeit, doch Regisseur Powell würfelt genügend Ideen zusammen, um die Chose einigermaßen kurzweilig zu gestalten. Das wirkt zuweilen angenehm altmodisch und konventionell, gleichermaßen offenbart der Storyverlauf wenig Originalität und noch weniger Finesse. Für anspruchslosen Zwischendurch-Quatsch absolut okay.
6,5 von 10