Francis Ford Coppolas finanzieller Sargnagel und das vorläufige Ende seines Traums von einem unabhängigen Filmstudio. Dabei haben wir hier wirklich keinen schlechten Film, optisch sogar einen hervorragenden. Schaut euch das bitte auf einer so großen Leinwand wie möglich an, diese Farben, die Licht-Schatten-Spiele, generell die Beleuchtung die Kameraführung, die Montagen, die kunstvoll künstlichen Kulissen. Um das Wort im Zusammenhang mit One From The Heart auszureizen: Kunst kommt von künstlich, und der Film ist ein einziges Kunstwerk. Etwas ganz anderes bis dato in Coppolas Vita, eine märchenhaft gefilmte Romanze, welche bis heute trotz des schlechten Rufs einige (erfolgreichere) Nachahmer fand. Hier darf der Zuschauerblick keine Sekunde die Leinwand verlassen, sonst verpasst er noch eine berauschende Aufnahme, eine magische Illusion. Dazu der fantastische Soundtrack von Tom Waits und Crystal Gayle.
Knackpunkt also der Inhalt. ein Paar, sein Alltag, Höhen und Tiefen, vor allem Tiefen. Der Vorwurf an das Drehbuch lautet zumeist Banalität, aber ist gefilmte Konstellation nicht genau der Mittelpunkt der meisten Leben auf den Zuschauerplätzen? Ein trauriges Selbsteingeständnis der sogenannten Kritiker. Die Projektion der Gefühlswelten in einem Film auf sich selbst zuzulassen ist nicht zuletzt Einstellungssache. Unser Paar wird entsprechend bewusst von durchschnittlichen Schauspieler-Typen verkörpert, ich betone allerdings, keine durchschnittlichen Schauspieler. Das Acting der Darsteller, aller, ist zugegeben trotzdem bewusst etwas gekünstelt und erinnert an Theater, aber das reiht sich wohl in die grundlegende Vision eines Studiofilms ein und auch, im negativen Sinne, die unpersönliche Kommunikation am Set, welche Coppola hier als neues Handwerkszeug zu implementieren versuchte. Nochmal zum Thema Overacting-Kein Wunder, dass es teilweise auch einige Musical-artigen Sequenzen gibt, diesem Genre wollte der Regisseur neues Leben einhauchen. Verstärkung aus dem geliebten alten Hollywood erfuhr er dabei von Gene Kelly. Leider seinerzeit in der Summe einerseits vorbei am Publikum und grundsätzlich an einer realistischen finanziellen Planung.