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Kurz vor dem D-Day wird Col. McPherson beauftragt, einen Bunker an der französischen Küste einzunehmen, um einem Kommandotrupp die Landung zu ermöglichen. Ihm stehen dazu nur einige unter Arrest stehende, höchst unwillige Straftäter zur Verfügung.


Italienisch-spanische Produktionen haben immer ihren eigenen Flair und sind leicht auszumachen. Schnitttechnik, Zooms, Kamerabewegungen und auch Unschärfen sind da eindeutig. Entsprechend ist auch diese Produktion leicht als südeuropäische Produktion erkennbar.

Oftmals ist bei Filmen dieser Herkunft alles etwas billiger und einfacher, doch bei Die zum Teufel gehen hat man offensichtlich doch einen bemerkenswerten Aufwand betrieben. Es kommen ein U-Boot, ein Kanonenboot, diverse Panzer und Fahrzeuge, kleine Jagdbomber und sogar ein fettes Eisenbahngeschütz zum Einsatz. Wobei ich mangels Kenntnisse nicht weiß, ob die Fahrzeugtypen, deren Anstriche und Markierungen alle dem Geschehen entsprechend realistisch sind.

Aber Realismus ist hier eh nicht das Ziel, sondern reine Unterhaltung im Fahrwasser von Das dreckige Dutzend. Daraus macht Umberto Lenzi keinen Hehl und das ist auch völlig okay, denn das Ziel einen unterhaltsamen WWII-Film zu drehen (soweit das bei Kriegsfilmen möglich ist), gelingt hier recht gut. Wenn auch natürlich nicht in der Liga des Vorbilds.


Die Darstellenden machen ihre Sache gut. Jack Palance wirkt griesgrämig wie immer und Curd Jürgens hat leider nur eine recht kleine Rolle mit wenig Screentime als deutscher General, der letztlich nur mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ohne Unterstützung der Invasion in der Normandie begegnen muss, denn insofern entspricht der Film schon der Realität, dass im deutschen Oberkommando die Normandie als Ort einer Invasion ausgeschlossen wurde.

Die Story ist einfach, aber okay. Hintergründe zum Privatkrieg zwischen McPherson und dem von Wolfgang Preiss gespielten Oberst Ackermann werden angerissen, aber nicht tiefergehend beleuchtet. Lenzi setzt deutlich mehr auf Action, als auf Charaktertiefe und die Action sieht auch weitgehend gut aus, auch wenn sehr viel Blei in die Heide geschossen wird und manche Szenen fast ein bisschen zu lang geraten sind. Das ist aber zu gering, um ernsthaft von Längen zu sprechen.

Allerdings bietet die Story wenig Potential für Spannung. Es wird zwar auch in den Reihen der Briten gestorben, allerdings gelingen manche Aktionen, speziell im Finale, dann doch etwas zu glatt und einfach. Twists oder nennenswert unvorhergesehene Ereignisse sind nicht auszumachen.


So bleibt ein okayer Kriegs-Actioner mit ordentlicher Ausstattung und vielen Auseinandersetzungen, der recht gut zu unterhalten weiß. Das haben die Italiner schon deutlich schlechter hingekriegt.

PS: Für das Drehbuch ist ein gewisser Dario Argento teilverantwortlich.

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