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Seit sie in ihrer Wohnung von einem Einbrecher überfallen wurde, ist Liza (Katie Holmes) traumatisiert und leidet unter stetig wiederkehrenden Flashbacks, genauso wie ihr etwa 8-jähriger Sohn Jude (Christopher Convery), der seit dem Vorfall nicht mehr spricht, sondern sich nur noch mit auf einen Block geschriebenen Sätzen und Wörtern verständigt. Grund genug für die dreiköpfige Familie, aus der Stadt aufs Land zu übersiedeln - schon bald ist ein neues Domizil gefunden: ein fast fertig renoviertes altes Landhaus inmitten eines größeren Waldes. Bei einem ersten Spaziergang im angrenzenden Gehölz gräbt der kleine Jude eine größere Puppe mit Porzellankopf aus dem Waldboden aus, die irgendjemand dort verbuddelt hatte. Papa Sean (Owain Yeoman) und Mama Liza wissen zwar nicht so recht, was sie von dem Fund halten sollen, doch da ihr Sprößling sich für die von ihm Brahms genannte Puppe begeistert, wird der Findling erst einmal von Kopf bis Fuß gesäubert und darf dann am Familienleben teilnehmen. Als die Eltern eines Tages durch die geschlossene Kinderzimmertüre hören können, wie Jude sich mit Brahms unterhält, sind sie erst einmal vom therapeutischen Wert der Puppe überzeugt: nach vielen Monaten des Schweigens spricht ihr Sohn wieder, wenngleich auch nicht mit ihnen.
Erste Risse bekommt das Familienglück im einsam gelegenen Haus dann allerdings, als Jude, ein ansonsten aufgewecktes aber folgsames Kind, seinen Eltern eine Liste von Geboten präsentiert, die Brahms als seinen künftig einzigen und alleinigen Spielgefährten bezeichnen, der wie ein Bruder behandelt werden und nie wieder von Judes Seite weichen soll.
Zum Problem wird die Situation, als Judes bisheriger Lieblingsteddy aufgeschlitzt wird, der Fernseher im Wohnzimmer ausgeschaltet wird (obwohl der Bub Hausarrest in seinem Zimmer hat) und eine Reihe anderer Dinge passieren, die der Kleine stets auf die Puppe schiebt, was ihm aber logischerweise nicht geglaubt wird. Immer mehr und auffälliger drängt sich Brahms zwischen Jude und dessen Eltern, bis diese den störenden Porzellan-Gast loswerden wollen - doch damit fängt der Terror erst richtig an...

Trotz tadelloser Kameraführung, passendem Score und durchweg spürbarer Gänsehautatmosphäre vermag Brahms: The Boy II, die Fortsetzung des gleichnamigen Puppenhorrorsteifens von 2016, nicht wirklich zu überzeugen, denn außer den schon bekannten Zutaten wie einer verworrenen Herkunftsgeschichte, geheimnisvollen Geräuschen und kurzen, von fast niemand bemerkten  Bewegungen der weißköpfigen Puppe enthält die Geschichte kaum etwas, das aus diversen Chucky- Filmen nicht schon sattsam bekannt wäre: eine an sich leblose Puppe erwacht zum Leben, bemächtigt sich der Psyche eines Kindes und zwingt einer Familie seinen Willen auf. Widerstand gegen den zunächst harmlos wirkenden Gast ist zwecklos, und je mehr die Eltern dagegen ankämpfen, desto radikaler sind die Folgen.

Damit es nicht allzu langweilig wird, taucht noch ein Nachbar auf, der ein Jagdgewehr mitschleppt, etwas über die Puppe zu wissen scheint aber natürlich viel zu schwach ist, das Böse aufzuhalten - erst recht, nachdem sein Schäferhund (das einzige, was Brahms zu fürchten scheint) eines Tages plötzlich "verschwunden" ist. Auch Mutter Lizas Recherchen im Internet nach Seriennummern von Porzellanpuppen fördern nichts Gutes zutage, und so steuert The Boy II immer weiter auf ein dramatisches Finale zu, das in eine natürlich mittlerweile gewalttätige Konfrontation mündet, die aber überraschend einfallslos endet.

Fazit: Ein eher durchschnittlicher Puppen-Horrorstreifen nach Schema F, der dank kleinerer sauberer Effekte auch einen gewissen Spannungsbogen aufbaut und bis zum Schluß hält, dem typischen Verlauf von Filmen dieses Subgenres durch seine vorhersehbare Story und Klimax jedoch keinerlei neue Ideen hinzufügt und daher schnell wieder vergessen ist: 5 Punkte.

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