Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen DVD-Fassung vom Label Eyecatcher Movies!
Lamberto Bava, Sohn des großen Regisseurs Mario Bava, stand schon immer im Schatten seines Vaters und bis auf "Dämonen" kann ich mich an keinen einzigen guten Film erinnern, den er in seiner Karriere zustande gebracht haben könnte.
Im Fahrwasser des erfolgreichen US-Actionfilms "Rambo" von 1982 entstand zwei Jahre später Lambertos Plagiat, in dem er unter dem Pseudonym John Old jr. (eine Verbeugung vor seinem Vater, der diesen Namen u.a. bei der Inszenierung zu "Der Dämon und die Jungfrau" verwendet hatte) einmal mehr sinn- und logikfreies Trash-Entertainment verursachte.
Angeblich auf einer wahren Begebenheit beruhend wird dem Zuschauer hier die klischeehafte Story eines Streifenpolizisten vorgegaukelt, der den Mörder seines Kollegen auf eigene Faust jagt und in blinder Selbstjustiz hinrichtet. Nach acht Jahren Gefängnis zieht es ihn von der Großstadt in die Natur und gerät an brutale Wilderer, die ihm fortan das Leben schwermachen.
Als das Drehbuch dann noch eine Tochter aus dem Hut zaubert, die nicht nur nervtötend ist (ihr häufigster Satz lautet "Ich kann nicht mehr!"), sondern den Wilderern vor die Flinte gerät, eskaliert die Situation und der ehemalige Streifenpolizist mutiert in den Wäldern zum "Rambo". Ausgestattet mit einem Blastfighter, einer "All-In-One-Tötungsmaschine", sieht er rot und kein Stein bleibt mehr auf dem anderen.
"Blastfighter" ist das erschreckende Zeugnis für das Unvermögen eines Regisseurs, der allenfalls zweitklassige Horrorschocker inszenieren kann, aber Action lieber einem Spezialisten wie Enzo G. Castellari überlassen sollte.
An Bavas "Rambo"-Plagiat ist wirklich kaum etwas gutes auszumachen - lediglich das gegen Ende entfachte Action-Feuerwerk und der typische Syntheziser-Soundtrack können überzeugen.
Ansonsten bietet der Film gähnende Langeweile, einen in dieser Rolle vollkommen fehlbesetzten Hauptdarsteller (Michael Sopkiw ebenso wie Teile des Soundtracks aus dem im selben Jahr von Lamberto inszenierten "Der Monster-Hai" entnommen) und noch schlechtere Nebendarsteller.
Der Film ist teilweise sehr schlecht geschnitten, manche Szenen wirken dadurch zusammenhanglos und sinnentstellt. Die Dialoge sind einfach nur gruselig, vor allem die hohlen Phrasen zwischen Vater und Tochter sind auf die Dauer kaum zu ertragen. Die deutsche Synchronisation passt sich dem unterdurchschnittlichen Niveau der Inszenierung an und wirkt genauso schlecht und lustlos wie das komplette Darsteller-Ensemble.
"Blastfighter - Der Exekutor" ist nicht mehr als ein Schuß in den Ofen. Diese dilletantische Reißbrett-Produktion kann nicht einmal mehr durch das actiongeladene Finale aufgewertet werden.
Viel Rauch um nichts, von daher gnädige 3 Luftschüsse!