Alt-ägyptische Göttin wird von Grabräubern in ihrer ewigen Ruhe gestört und reist dem Kopf der Plünderbande in die Staaten nach, um diesen zur Rechenschaft zu ziehen…
Bei „The Tomb“ handelt es sich so ungefähr um den am aufwendigsten produzierten Streifen von Fließbandfilmer Olen Ray, welcher vor allem mit fragwürdigen Meisterstreichen wie „Hollywood Chainsaw Hookers“, „Beverly Hills Vamp“, „Alienator“ oder „Evil Toons“ von sich reden machte, in denen meist eine handvoll Darstelleridioten zwischen zwei-drei Sets pendelten und die SpecialFX mit Filzer aufs Zelluloid gemalt wurden.
Hier werden dagegen Sachen geboten, von denen man in anderen Olen Ray-Produktionen aus Kostengründen nicht einmal zu träumen wagte, wie z.B. Explosionen, einen Hubschrauber (ja, einen echten!) oder billige Maschinengewehrattrappen vom Toys’R’Us.
Ne, Schmarrn beiseite! Kameraführung, Kulissen und Requisiten lassen schon durchschimmern, dass diesmal ein bisschen mehr Budget am Start war als sonst. Das Ergebnis ist zwar trotzdem ein billiges B-Movie, wie es leibt und lebt, aber eben schon so ein bisschen professioneller als der Olen Ray-Durchschnitt.
Aber drauf geschissen, denn unterm Strich kann „The Tomb“ einfach nicht überzeugen. Grund: er langweilt. Hier ein Skarabäus, der sich ins Fleisch gräbt, dort ein paar Neonblitze, sonst is’ hier eher Matratzencheck angesagt, zumal die Kills allesamt unspektakulär ausfallen und dieser „Tomb Raider“-Vorgänger mit weit aus weniger augenzwinkerndem, sich selbst auf die Schippe nehmendem Humor ausgestattet ist, welcher eigentlich genau so zu einem guten Olen Ray gehört, wie ein-zwei Bier und eine Gesprächspartner, mit dem man über die Unzulänglichkeiten lästern kann.
Weiteres Manko: der Mangel an nacktem Hühnerfleisch (eigentlich auch einer von Olen Rays Standards).
Einziger Lichtblick in dieser Hinsicht: 80er-Jahre-ScreamQueen Michelle Bauer in der Blüte ihrer Jahre, hier als mordende Pharaonin Nephratis unterwegs. Aber die allein kann da halt auch nicht mehr viel reißen…
„Jetzt mach’ ich dich kalt, du mumifizierte Huuuuure!“
Fazit:
Ermüdender Abenteuer-Horror ohne viel Abenteuer und Horror. Und ohne den typischen Olen Ray-Humor. Und - by the way - auch ohne eine einzige Mumie.
Kann man sich getrost schenken…