Im Independent-Horror-Bereich bleibt vielen jungen Filmemachern Budget bedingt kaum eine Wahl: Entweder Zombiefilm oder Slasher, es sei denn, ein innovatives Konzept ist mit geringen Mitteln zu entwickeln, was wiederum ein cleveres und durchdachtes Drehbuch voraussetzt.
Also doch lieber den Slasher, dachte sich Regisseur Ante Novakovic und verwirklichte binnen kurzer Zeit einen Genrebeitrag, der zumindest auf einen ordentlichen Bodycount kommt.
Regisseur Spencer hat nach einigen Eskapaden die besten Zeiten hinter sich. Schließlich wird er vom Bürgermeister eines Kaffs damit beauftragt, in einer verwaisten Nervenheilanstalt ein Fright Fest für die breite Masse zu initiieren. Gleichzeitig brechen zwei Gefangene während eines Transportes aus, von denen einer ein Serienkiller ist…
Es ist fast schon eine Kunst, die umfangreiche Gruppe potenzieller Opfer ausschließlich aus Unsympathen bestehen zu lassen. Allen voran Regisseur Spencer, der seine Crew herumkommandiert, welche ohne Murren den Wünschen des Bornierten nachkommt. Der Bürgermeister nebst Adjutant verkommen zu Karikaturen und somit kristallisiert sich auch kein Held aus der Gruppe heraus. Aber auch vom Killer, der zwischenzeitlich seine Maskierungen tauscht und ohne Kopfbedeckung kaum furchteinflößend aussieht, erfährt man keinen Background, wodurch er zur seelenlosen Killermaschine mutiert.
Immerhin gehen zahlreiche Ableben auf seine Kappe. Obgleich sich einige Kills im Off abspielen und zuweilen nur ein wenig Blut spritzt, kommen Freunde handgemachter Einlagen einigermaßen auf ihre Kosten. Es gibt zahlreiche blutige Einschüsse, auch mit Großkalibern, Finger werden abgetrennt, ein Bauch aufgeschlitzt, eine Kehle durchstochen und Körper unter Strom gesetzt. Konfrontationen mit Gegenwehr bilden allerdings die Ausnahme, Temposzenen sind rar gesät und überraschende Wendungen sind erst recht nicht zu erwarten.
Darstellerisch reißt sich niemand ein Bein aus, der Score fällt allenfalls zweckdienlich aus und der Mangel an sauber platzierten Requisiten verschafft dem eindimensionalen Schauplatz kaum Abwechslung. Zwar wird hin und wieder versucht, Humor einfließen zu lassen, doch über seichte Situationskomik kommt man nie hinaus. Am Ende bleibt nicht mehr, als ein relativ uninspirierter Slasher, der zu selten Spannung aufkommen lässt und ein Mitfiebern nur schwer ermöglicht. Allenfalls als Lückenfüller für knallharte Genrefans tauglich.
Knapp
4 von 10