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Bliss von Joe Begos ist ein wilder, audiovisueller Trip irgendwo zwischen Horror, Drogenrausch und Künstlerdrama.

Im Mittelpunkt steht die Malerin Dezzy, die unter massivem Zeitdruck steht: Eine wichtige Ausstellung rückt näher, doch sie leidet unter einer kreativen Blockade. In ihrer Verzweiflung greift sie zu immer härteren Drogen, um ihre Inspiration zurückzugewinnen. Als sie eine besonders starke Substanz ausprobiert, beginnt für sie eine immer intensivere und surrealere Abwärtsspirale aus Rausch, Gewalt und Blutdurst. Während Realität und Halluzination zunehmend verschwimmen, entwickelt sich ihr Trip zu etwas deutlich Dunklerem – mit vampirischen Zügen und tödlichen Konsequenzen.

„Bliss“ liefert eine interessante Interpretation des Vampir-Themas, gemischt mit einem ordentlichen Drogentrip. Der Film setzt stark auf Stil: grelle Farben, laute Musik und eine hektische Inszenierung transportieren das Gefühl eines exzessiven Rauschs ziemlich effektiv.

Gerade zum Schluss wird es sehr brutal und blutig, mit einigen nett gemachten praktischen Effekten, die dem Film eine angenehm rohe Note verleihen. Fans von handgemachtem Splatter kommen hier definitiv auf ihre Kosten.

Allerdings wirkt der Schluss etwas holprig und lässt viel Raum für Interpretation. Das kann zwar bewusst so angelegt sein, fühlt sich aber erzählerisch nicht ganz rund an.

Für mich ist „Bliss“ ein stylischer, kompromissloser Horrortrip mit interessanten Ideen – der jedoch nicht ganz sein volles Potenzial ausschöpft.

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