Schmelztiegel der Schlawiner
„Pepe Le Moko“ erzählt von einer Razzia bzw. Suche nach dem titelgebenden Gangster aus Paris, der in der Casbah, einem enorm verwinkelten und schmutzigen Stadtteil von Algier, Unterschlupf sowie Rettung und Gefängnis in einem gefunden zu haben scheint…
Rock the fucking Casbah!
Zwischen „M“, „Aladdin“, „Casablanca“ und dem Ursprung des Film Noir, kann ich „Pepe Le Moko“ nur in höchsten Tönen loben und Regisseur Duvivier als einen absoluten französischen Altmeister nur ganz dick auf meinem Zettel anstreichen. Da gibt’s von ihm sicher noch viel zu entdecken für mich. Aber zurück zu „Pepe Le Moko“, der eh unheimlich schwer zu toppen sein wird. Gabin mit mächtig-maskuliner Starpower und Testosteron, aber auch Stil, Selbstbewusstsein und Klasse. Etliche witzige und interessante Nebenfiguren. Messerscharf und teils sehr witzig, zweideutig geschriebene Dialoge. Und eben dieser massive Multikultischmelztiegel, dessen Einfluss man bis in die futuristischen Straßenschluchten von „Blade Runner“ spürt. Diese Casbah, dieses Viertel, dieses Labyrinth der Schicksale und Kulturen, ist der eigentliche Star des Films. Gabin hin oder her. Was für ein Mikrokosmos! Dazu eine klassische, unsterbliche Liebesgeschichte zwischen Tragik und Inspiration. Das alles in knapp 90 Minuten. Weit bevor der Film Noir überhaupt zu einer filmischen Strömung (weltweit) wurde. Fertig ist für mich ein komplett rundes Faszinosum, bei dem ich vor allem den Schauplatz dermaßen klasse und unsterblich finde, dass ich gebannt war wie selten bei einem fast 90-jährigen Film…
Ihre Schönheit war sein Untergang
Fazit: Von seinem sensationellen örtlichen „Hauptcharakter“ über seine entscheidende Rolle in der Entstehung des Film Noir bis zu seinem exotischen Flair… „Pepe Le Moko“ ist für mich ein (französisch-)filmischer Grundpfeiler und zeitloser Geheimtipp!