Review

Inhalt:

Ah To (Lau Kar Fei), ein excelenter KungFu-Kämpfer, soll mit der Japanerin Kung Zi (Yuko Mizuno) verheiratet werden, die er seit Kindertagen nicht mehr gesehen hat. So lautet der Wille seines Vaters (Ching Miu) und dieser ist Gesetz.

Welch Glück, dass die Dame zumindest eine Schönheit ist, so steht denn der Eheschließung seitens Ah To´s nichts im Wege.
Doch die Eheführung erweist sich als außerordentlich schwierig. Denn Kung Zi ist nicht nur eine Japanerin, sie hat auch einen eigenen Kopf, ist selbstbewusst, und von den eigenen japanischen Kampftechniken hundertprozentig überzeugt, die sie jeden Tag exzessiv übt.

Ah To hält die chinesischen KungFu-Techniken für die besseren und sie geraten er und Kung Zi sich des öfteren in die Haare. Nicht nur, dass sie getrennt voneinander ihre Mahlzeiten einnehmen, sie kämpfen auch ein ums andere mal gegen einander. Das Paar scheint sich zu entfremden. So kehrt Kung Zi nach Yokohama zurück, zu ihren einstigen Mitschülern um den Ninjutsu-Meister Takeno (Yasuaki Kurata). Doch Ah To will seine Frau zurück.

Um sie zunächst einmal nach China zurückzulocken, schreibt er ihr einen "Challenge letter", einen Herausforderungs-Brief, in dem er ihr sinngemäß schreibt, dass die japanische Kampfkunst auf die chinesische zurückzuführen sei, dass das chinesische KungFu die traditionsreichere und effizientere Kampfform ist.

Doch dieses Schriftstück wird auch von Takeno gelesen. Der stolze Japaner ist in seiner Ehre verletzt, und beschließt, mit 7 anderen Fightern, allesamt Meister einer japanischen Kampfform, nach China zu gehen und die Herausforderung Ah To´s anzunehmen.

Ah To stellt sich dem, und er soll an jeweils einem Tag, sich jeweils einem Japaner zum Duell stellen.
Das ist für Ah To eine glückliche Fügung, hat er doch somit immer etwas Zeit, sowohl seinen Mitschüler Wang Chun (Norman Chu), seinen Sifu (Simon Yuen) oder gar Kung Zi selbst, die gegen die ganze Aktion Takenos ist, hinsichtlich der jeweiligen Wahl der Waffen bzw. Techniken um Rat zu fragen....
Letztendlich stehen sich Ah To und Takeno zum finalen Duell gegenüber...


Fazit:
Klasse, ganz hervorragend! Der Streifen "Heroes of the east" ist ein excelent gemachter, sehr spannender Eastern, mit einer interessanten Handlung, ausgezeichneten Darstellern und Darstellerinnen, und kernig arrangierten, technisch anspruchsvollen Fights.

Was diesen Eastern so überaus interessant macht, ist der Aufprall der chinesischen mit der japanischen Kampfkunst. Zunächst schaukelt sich dieser Konflikt innerhalb der doch wohl ungleichen Beziehung zwischen Lau Kar Fei und Yuko Mizuno hoch, dann werden die Fights noch intensiver, denn die Herren aus Japan kennen natürlich weniger Pardon mit dem schmächtig wirkenden Chinesen.

Die Kampf- und Waffentechniken dieses auch sehr atmosphärischen Eastern sind der Hauptgesichtspunkt des Streifens. Die Waffen-Arsenale beider Kampfformen werden voll ausgeschöpft. Katanas, Nunchakus, Tonfas, Sai, Bo, Shuriken und und und. Und die Techniken reichen von KungFu und chinesischem Boxen über das Karate, Kendo bis zum Ninjutsu.

Als die japanischen Herrschaften in China anlanden, gilt es für Lau Kar Fei immer neue Herausforderungen anzunehmen. Einer der Fighter Yasuaki Kurata´s kämpft gar mit einem Nunchaku und einer Tonfa gleichzeitig (!), das hab ich zuvor noch nie gesehen. In den Endsequenzen zieht das Tempo de Films erheblich an, die Abstände zwischen den Fights werden immer kürzer, die Fights selber immer intensiver, und das macht natürlich Laune. Die Handschrift Lau Kar Leungs, der hier mit feiner Klinge Regie führte, ist mal wieder unverkennbar.

Er setzt, ganz im Gegensatz zum Kollegen Chang Cheh, hier denn ganz auf unblutige, aber handwerklich kompetente, rasante Fights. Und es ist nicht etwa so, dass sich die Techniken und Waffenformen, wenn sie denn aufeinander treffen in ihrer Unterschiedlichkeit "beißen" würden. Nein, auch wenn Katanas und chinesische Schwerter sich klirrende Duelle liefern, ist dies visuell attraktiv von Lau Kar Leung arrangiert. Die erstklassig choreographierten Kämpfe sind natürlich das Herzstück dieses Films.

Die Darsteller, nun, es ist natürlich vornehmlich ein "Lau Kar Fei-Film", und der schmächtige Darsteller kann hier seine ganzen Stärken zeigen. Agil meistert er alle Herausforderungen.
Sein Kontrapart ist Yasuaki Kurata, und ich hab es ja schon öfter gesagt, ich bewundere seinen kraftvoll-eleganten Kampfstil. Er spielt einen Ninjutsu-Experten, einen Fighter der sich auf die versteckt angewendeten Kampftechniken der Ninja spezialisiert hat. Und gerade das macht denn auch den finalen Fight so raffiniert in seinem Ablauf.
Doch auch mit dem Katana versteht es Kurata umzugehen, es ist eine sehr actionlastige Rolle, die Kurata auszufüllen hat, aber da ist Kurata ja letztendlich in seinem Element!

Heimlicher Star des Films für mich ist die Japanerin Yuko Mizuno, die hier in diesem Streifen die -zwangsverpflichtete- Ehegattin Lau Kar Fei´s ist. Sie liefert hier sehr gut ausgeführte Katas ab, liefert sich immer wieder kleine, feine Duelle mit Lau Kar Fei, sie ist wunderschön und spielt sich sicher nicht nur ins Herz des männlichen Betrachters.

In kleineren aber durchaus nicht unwichtigen Nebenrollen sind hier noch Norman Chu und Simon Yuen -der "Drunken master" aus vielen der sogenannten "Knochenbrecher"-Filme- zu sehen. Beide versorgen Lau Kar Fei zwischen den einzelnen Kämpfen immer wieder mit wichtigen Tips.
Einzig Cheng Hong kann in seiner Rolle als ausgeflippter Hausdiener und nerviger Zappel-Philip nicht so ganz gefallen.

Lau Kar Leung nutzt in diesem Film auch die Möglichkeiten des Shaw-Studios hinsichtlich der luxuriösen Sets genüsslich aus. Das typische Shaw-Feeling kommt auf, wenn in künstlichen Kulissen unter dem unnatürlichen Shaw-Blau des "Himmels" rasantes KungFu geboten wird. Da bin ich in meinem Element, in meinem Fett!

Als Mankos bleiben die Zappeleien Cheng Hong´s und dass der Neubeginn der Love-Story Lau Kar Fei/Mizuno der Fantasie des Betrachters etwas lose überlassen bleibt. Der Punktabzug bleibt aber marginal.

"Heroes of the east", dieser Eastern ist ein weiterer Beleg dafür, dass ab 1978 nach Chang Cheh ein anderer Regisseur bei den Shaw Brothers den Ton angab: Lau Kar Leung. 1978, ein Jahr der Wachablösung bei Shaw..., und ein Film der für jeden Eastern-Freak absolut sehenswert sein sollte.  

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