Es wurde viel geträumt in den 1980er-Jahren, und nicht alle Träume waren so angenehm wie die in Wet Dream on Elm Street (1988). Als Meister der fiesen, lebensbedrohenden Alpträume erwies sich ein gewisser Fred Krueger, welcher in Wes Cravens Kultklassiker A Nightmare on Elm Street (Nightmare - Mörderische Träume, 1984) und dessen Fortsetzungen sein garstiges Unwesen trieb. Doch es wurde nicht nur in der Elm Street geträumt. In Filmen wie Dreamscape (1984), Dreamaniac (1986), Bad Dreams (Vision der Dunkelheit, 1988), Dream Demon (Traumdämon - Dream Demon, 1988) und Paperhouse (Paperhouse - Alpträume werden wahr, 1988) entpuppten sich die Nachtmahre ebenfalls als ungesund, furchterregend und/oder sogar tödlich. Und auch die Träume, von denen Alex Torme (Mitchell Anderson) in Deadly Dreams (Träume des Wahnsinns) geplagt wird, sind nicht ohne. Im Schlaf erlebt der nunmehr einundzwanzigjährige Mann regelmäßig die Ermordung seiner Eltern mit, die vor etwa zehn Jahren zu Weihnachten von einem Mann in Jägerkluft (Duane Whitaker, Pulp Fiction) eiskalt erschossen wurden. Ein traumatisches Ereignis, das ihn immer noch verfolgt. Und es kommt noch schlimmer, denn der mörderische Jäger scheint nicht nur in den Träumen hinter ihm her zu sein, sondern auch in der Realität. Immer wieder begegnet Alex der maskierten Horrorgestalt, die offensichtlich die Absicht hat, ihn zu töten...
Deadly Dreams ist ein kleines aber nicht gänzlich unfeines B-Movie (man munkelt von einem Budget von ca. vierhunderttausend Dollar), das sich nicht so recht in eine bestimmte Genreschublade stecken lassen will. Für einen Horrorfilm beinhaltet der von Thom Babbes geschriebene und von Kristine Peterson (Critters 3) inszenierte Streifen zu wenige Horrorelemente, für ein Psychodrama herrscht viel zu wenig Tiefgang, und für einen Thriller ist der Film weder spannend noch mitreißend genug in Szene gesetzt. Es ist eine etwas eigenwillige Mischung, die eigentlich gar nicht funktionieren sollte, es aber dennoch irgendwie tut. Das ist auch den Darstellern zu verdanken, die in ihren jeweiligen Rollen zwar nicht wirklich brillieren, die aber immerhin durchwegs glaubwürdig agieren. Neben Mitchell Anderson (Jaws: The Revenge) in der Hauptrolle, dem man seine Verwirrung, Angst und Verzweiflung weitgehend abkauft, ist es vor allem Juliette Cummins (Psycho III) als seine Freundin Maggie, welche zumindest ein klein wenig sympathisch rüberkommt. Xander Berkeley (Candyman) als Alex' Bruder Jack hinterläßt einen arrogant-kühlen Eindruck, während Alex' bester Freund Danny (Thom Babbes) den Bogen Richtung Wenn-du-solche-Freunde-hast-dann-brauchst-du-keine-Feinde-mehr kräftig überspannt. Dieses Trio bleibt bis zur großen Auflösung undurchsichtig, sodaß man nicht genau weiß, woran man bei ihnen ist.
Und es ist diese Auflösung, die dem Zuschauer ein Grinsen aufs Gesicht zaubert. Nicht, weil sie so originell oder so überraschend wäre (denn das ist sie gewiß nicht), sondern weil sie sehr konsequent und trocken serviert wird. Damit nicht genug wird sogar noch ein zweiter Twist hinterhergeschoben, der dem ersten um nicht viel nachsteht. Trotzdem zählt Deadly Dreams eher zu den schwächeren "Traumfilmen", da er es aufgrund des recht zähen Tempos, der zahlreichen Klischees, der nicht gerade interessanten Figuren und der fehlenden Intensität nicht schafft, beim Publikum große Begeisterung zu entfachen. Das Spiel mit den Alpträumen (wo endet die Realität, wo beginnt der Traum?) hat man anderweitig schon viel besser gesehen, und auch der eine oder andere Lapsus in Bezug auf die Plausibilität des Geschehens mindert den durchaus vorhandenen Unterhaltungswert. Gut gelungen ist hingegen das bedrohliche Erscheinungsbild des Jägers, und einige seiner Auftritte können sich ebenso sehen lassen wie die wenigen aber immerhin recht gelungenen Gore-Effekte. Interessant ist noch der homoerotische Subtext zwischen Alex und seinem Kumpel Danny, der dem in A Nightmare on Elm Street Part 2: Freddy's Revenge (1985) fast das Wasser reichen kann. Musik, Kamera und Schnitt bewegen sich auf durchschnittlichem Niveau; der Film selbst schafft es aufgrund seiner Kniffe mit Ach und Krach über die Durchschnittsmarke.