Hier sehen wir Miike, den Humanist und nicht Miike, den kranken Spinner.
Chuji, Sohn eines schwarzen G.I.'s und einer Prostituierten, arbeitet in einer Bar, in der immer verschiedene Rockbands spielen. Zusätzlich betätigt er sich eher unfreiwillig als freiwillig als Drogendealer. Chuji weiss nicht was er will und was aus ihm werden soll.
Zufälligerweise rettet er eines Tages dem Yakuza Kenji das Leben. Doch mit dieser Tat wird das ganze Leben von Chuji umgekrempelt ...
"Blues Harp" ist ein wunderbares Yakuza-Drama, dass ohne irgendwelche Gewaltexzessen oder andersartigen Szenen, wie man es von Takashi Miike schon fast gewohnt ist, auskommt und zeigt, dass Miike deutlich mehr kann als man eigentlich meint. Teilweise erinnert "Blues Harp" sogar an die Filme von Takeshi Kitano.
Die Optik ist sehr konventionell - das heisst, es gibt keine Kamera- und Schnittspielereien à la "Dead or Alive" oder "Ichi the Killer". Doch dafür kann die tolle Musik überzeugen. Ebenso überzeugend sind die Schauspieler, welche ihre Sache sehr gut machen.
"Blues Harp" ist ein Film über Freundschaft, Liebe, Verrat, Wünsche und Sehnsüchte. Auch für Nicht-Miike-Fans sehenswert.