1971 drehte Sergio Martino ("Der Killer von Wien", "Torso",..) diesen Giallo der sich durch die guten Schauspieler, die schöne, unaufdringliche 70's Optik und eine gelungenen Story vom Einheitsbrei des Genres abhebt.
Nach dem vielleicht etwas zu langsamen Beginn wird flott gemordet, stilecht mit schwarzen Handschuhen. Das Motiv ist hier einmal von Anfang an klar: Es geht - nicht! um ein Kindheitstrauma das nur durch das Aufschlitzen junger, barbusiger Damen bewältigt werden kann - sondern um eine Lebensversicherung in Millionenhöhe, die natürlich erst durch einen "Unfall" zur Auszahlung gelangt. Die gierige Ehefrau fällt bald darauf selbst einem Mord zum Opfer, die Tasche mit dem Geld verschwindet.....und die Jagd auf Mörder und Millionen beginnt. Dabei werden Polizei und Zuschauer an den Nase herum geführt, was zumindest letzteren einen Mordspass bereiteten sollte. Verdächtige gibts genug und die Auflösung fand ich dann auch sehr gut gelungen.
Unter den Schauspielern entdeckt man einige bekannte Genre-Gesichter: Anita Strindberg kennt man auch aus anderen Martino Streifen, genauso wie die alten Spaghetti-Western-Heros Luigi Pistilli und George Hilton. Ida Galli durfte sogar bei Fellini und Visconti Nebenrollen spielen. Öha!
Der Film ist streckenweise wirklich schön gefilmt. Die visuelle Brillianz eines Argento erreicht Martino zwar nicht (Wer tut das schon? Und muss man darauf immer hinweisen? Wahrscheinlich schon, ja...), trotzdem sind einige Szenen (z.B: der Überfall auf Cleo in ihrer Wohnung, der sich in Sachen Beleuchtung stark bei Bava bedient oder die interessant fotografierte Verhörszene) sehr gut gelungen.
Besonders erwähnenswert ist auch die tolle Score von Bruno Nicolai, die es auch auf CD gibt und die man sich kaufen sollte. Wirklich sehr, sehr gut.
Alles in allem ein sehr guter Film der nicht nur durch sein 70er Jahre Flair überzeugen kann. Kein Meisterwerk, nicht sonderlich innovativ aber gute Unterhaltung und fröhliches Mörder-Raten. Für den Score gibts noch einen Extrapunkt, daher: 8/10