Seit etwa 1999 sind Mumien-Abenteuer wieder ein wenig salonfähiger. Aufgrund des Erfolgs kam es zu drei Fortsetzungen, ein Spin off der Reihe „Scorpion King“ zog ebenfalls Ableger nach sich. Allerdings gibt es auch viele Billigfilmer, die sich selbst in die Wüste schicken, um noch etwas vom Sandkuchen abzubekommen. Regisseur Justin Price zählt definitiv dazu.
Ägypten, 240 v. Chr.: Priester Sebek will einen ewigen Bund mit seiner Geliebten bilden, doch kurz davor wird er getötet. Jetztzeit: Die Schatzjäger Daniela und Noe stoßen auf eine Grabkammer, wo sie durch ein Ritual jenen Sebek zum Leben erwecken, der nun seinen einstigen Plan vollenden will…
Regisseur Price, der bislang jedes seiner Machwerke in den Sand setzte, bleibt seiner Linie als unfähiger Filmemacher treu, wozu sein undurchdachtes Drehbuch ohne roten Faden nicht unerheblich beiträgt. Relativ zu Beginn ereignet sich eine Schießerei um die vermeintlichen Helden, doch wer gegen wen und warum ballert, wird nicht erläutert. Mal davon abgesehen, dass sehr häufig irgendwelche Schützen relativ wild umherballern, ohne ein bestimmtes Ziel anzuvisieren. Und wenn mal jemand getroffen wird, blutet er grundsätzlich nicht. Andere bluten hingegen im Gesicht, ohne dass es zuvor ein dazu führendes Ereignis gegeben hätte.
Das chaotische Drehbuch bleibt immerhin konsequent: Da wird mal eben Hades aus der griechischen Mythologie nach Ägypten verfrachtet, als Bewacher der Unterwelt werden echsenartige Viecher bemüht, die entweder unverwundbar sind oder in 1000 Stücke zerfallen und es gibt nicht nur eine Mumie, sondern mehrere. Immerhin wurden diese Totenkopfmutanten per Make-up realisiert und obgleich darunter zuweilen Augen und Haut der Schauspieler zu sehen sind, zählt dieser Punkt nebst dem konstant laufenden Score noch zu den einsamen Pluspunkten. Denn selbst die Kamera wirkt so unsicher, als befände sich ein blutiger Laie dahinter.
Auf ähnlichem Niveau agieren die hölzernen Mimen, denen jede Lockerheit abgeht. Gestelzte, teils völlig unsinnige Dialoge ergänzen dies und natürlich gibt sich die Synchro in so einem Fall auch keine Mühe mehr. Schlimmer sind jedoch die CGI-Viecher, die jederzeit wie Fremdkörper wirken und sich mit deutlich weniger Frames pro Sekunde durch die Gegend bewegen als der Rest, was letztlich wie Stop Motion aussieht. Auch ein haushohes Ungetüm gegen Showdown vermag keineswegs zu beeindrucken.
Richtig dilettantisch sind allerdings die unübersehbaren Kontinuitätslöcher: Eben noch unschlüssig im Wald gestanden, in der nächsten Szene wartet man auf eine Konfrontation in der Wüste. Personen verschwinden einfach, andere tauchen willkürlich immer mal wieder auf.
Bezeichnenderweise endet die Chose komplett offen und kündigt mit „Mummy Revenge“ eine direkte Fortsetzung an, die alles andere als glücklich stimmt.
Zwar ist die Chose nach nur 80 Minuten mit Abspann überstanden, doch kurzweilige Unterhaltung, selbst für eingefleischte Trash-Fans, sieht anders aus, zumal sich der Stoff selbst sehr ernst nimmt. Schlechtes Handwerk, lausige Effekte, kein Blutvergießen, null Spannung und lediglich die Wahl der wenigen Schauplätze taugt einigermaßen. Mumienfreunde sollten sich definitiv anderweitig umsehen.
2,5 von 10