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Im alten Ägypten haben ein Mann und eine Frau eine offenbar verheimlichte Liebesbeziehung, werden allerdings entdeckt und getötet. Ein paar tausend Jahre später dringt eine Schatzjäger-Crew an derselben Stelle in eine Höhle vor, wo sie Relikte zu erbeuten hoffen, dabei aber vorsichtig vorgehen müssen, um durch ihr Treiben nicht eine Mumie wiederzuerwecken.
Begleitet von dutzenden einheimischen Männlein und Weiblein mit abenteuerlichen Gesichtsbemalungen passiert aber genau dies: die Mumie, in einem frei in der Höhle herumstehenden Sarg, dessen Deckel sich plötzlich bewegt, erwacht erneut zum Leben und geht auf die Eindringlinge los. Die machen daraufhin Gebrauch von ihren automatischen Waffen, indem sie kreuz und quer in der Höhle herumschießen, was den auf den Namen Sebek hörenden Auferstandenen jedoch überhaupt nicht beeindruckt - einen nach dem anderen macht er kalt. Nur die hellhäutigen Schätzjäger können entkommen, streiten sich jedoch über das Ziel der Mission und gehen fortan getrennte Wege.
Beide Parteien - der dickliche Schatzjäger-Boss mit seiner handvoll bemüht böse dreinblickender Bodyguards sowie das Pärchen Daniella und ein ihr ergeben folgender Warmduscher mit Vollbart - versuchen nun, der Mumie zu entkommen. Doch die Monstermumie taucht überall auf und setzt fieserweise auch noch rattenähnliche Dinosaurier ein, die kaum aufzuhalten sind. Ein geheimnisvoller Stein, den Sebek anfangs Daniella in die Hand gedrückt hatte (wieso und wozu auch immer) spielt dabei noch eine Rolle. Wer wird wohl das Rennen machen? Oder besser: wer schafft es, sich diesen Scheiß bis zum Ende anzusehen?

Der für das Skript von The Mummy Rebirth Verantwortliche scheint an den 1999er und 2011er Mumien-Filmen mit Brendan Fraser Gefallen gefunden zu haben, zumindest eifert er mit seiner Amateurproduktion eine zeitlang diesen Kassenschlagern nach, was allerdings auch schon alles an Gemeinsamkeiten darstellt, denn diese 2019er-Verwurstung der rächenden Mumie ist in punkto Storyboard, Schnitt, Requistiten, Darsteller und Dialoge eine einzige Katastrophe. Hier passt nichts zusammen, weder die wenigen Drehorte noch die dargestellten Handlungen oder gar die gesprochenen Texte ergeben irgendeinen Zusammenhang. Lieblos aneinandergereihte Actionsequenzen mit jeder Beschreibung spottenden CGIs lassen den hartgesottenen Horrorfreund messerscharf auf eine Asylum-Produktion schließen, doch weit gefehlt: The Mummy Rebirth kommt nicht aus den berüchtigten kalifornischen Studios, sondern ist eine eigenständige, äh, "Produktion", die tatsächlich noch schlechter ausfällt...

Nach der einleitenden Szene mit dem Liebespaar (in ägyptischer Tracht aus dem Faschingskostüm-Shop) geht der Streifen nahtlos in die Gegenwart über, wo die Schatzjäger in einer erkennbar künstlich gestalteten "Höhle" (erstes Highlight hier:  die offenbar Spinnweben darstellende viel zu dicke weiße Holzwolle auf den Styroporfelsen) herumlaufen und so tun, als ob sie vorsichtig nach etwas suchen. Als sich der mit einem viel zu dicken Pappmaché-Helm wenig überzeugend hergerichtete Sebek dann aus seinem Sarg erhebt, ist Daniella-Darstellerin Brittany Goodwin (optisch eine zweitklassige Pornodarstellerin) weder erstaunt noch erschreckt, wie überhaupt die Mimik der Laiendarsteller selten zur Handlung oder dem Gesagten passt. Jetzt allerdings haben die dunkelhäutigen Einheimischen ihren großen Auftritt: sie dürfen ihre Plastik-MPs abfeuern, wobei sie mal nach oben, mal nach unten zielen, dabei jedoch nicht einmal die eigenen Leute treffen, den kugelfesten Sebek sowieso nicht. Das miserable CGI-Mündungsfeuer läßt die rückstossfreien Spielzeugwaffen dabei so richtig "echt" aussehen, doch noch überzeugender fällt die Kriegsbemalung der wackeren ägyptischen Hilfstruppen aus: während einer ein paar horizontale weiße Pinseltupfer von einem zum anderen Ohr aufweist, haben andere vertikale, filigranst gedruckte weiße Bordürenmuster im Gesicht, deren Kleberänder man deutlich erkennen kann...boing!

Wem das noch nicht genügt, wird kurze Zeit später von extrem schlecht und unscharf ins Bild montierten Monsterratten überrascht, die sich überdies auch noch viel zu schnell bewegen. Später rollt unvermittelt ein Helikopter durch den Sand, dessen Rendering-Qualität dem eines Videospiels der 1990er Jahre entspricht. Daß der No-Budget-Streifen äußerst preisgünstig abgedreht werden mußte kann allerdings keine Ausrede dafür sein, daß offenbar neben keinem Geld auch kein Drehbuch vorhanden war. Denn weder die Locations, zu denen neben der "Höhle" auch ein Besprechungsraum eines Hotels, ein Schifffahrtsmuseum, ein Lagerraum und ein Wald gehören, noch die Handlungen an sich ergeben einen tieferen Sinn. Die einzige Konstante des Films ist das ständige Herumballern, freilich ohne nennenswerte Erfolge - und ohne Einschußlöcher oder Blut. Nur der ab und zu eingesetzte orchestrale Score passt zur Thematik, alles andere muß als völlig mißlungen betrachtet werden.

So ist The Mummy Rebirth schlußendlich ein absolut uninspirierter Schrottfilm geworden, der aufgrund schauspielerisch komplett versagender Darsteller, erbärmlichster CGIs und einer neben dem Drehbuch ebenfalls fehlenden Postproduktion nicht einmal Hardcore-Trash-Freunden empfohlen werden kann - trotz kurzer 80 Minuten Laufzeit eine einzige sinnlose Zeitverschwendung. 1 Punkt.

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