Review

kurz angerissen*

Noch kein selbstbewusster, voll ausgeprägter Antiwestern, aber klar auf dem Weg dorthin befindet sich "Schieß oder stirb", der drei Brüder, ein gemeinsames Schicksal und den unterschiedlichen Umgang damit als Modell für eine pazifistische Aussage verwendet. Dass sich der Angriff am Ende doch als beste Verteidigung herausstellt, lässt ihn scheitern, doch bis zu diesem Punkt wagt das Familiendrama mit der vorübergehenden Demontage des Machos mit locker sitzendem Revolver so einiges.

Inszenatorisch zwar nicht allzu aufregend mit all den flachen Impressionen aus dem Alltag einer Ranch, sorgt die interessante Figurenkonstellation aber doch für Lebendigkeit. Wer einen heißblütigen Jungspund seinem betont passiven älteren Bruder gegenüber stellt und den Ältesten von den Dreien (inklusive Liebesdrama) als Zünglein an der Waage einsetzt, läuft Gefahr, seine Figuren zu holzschnittartig anzulegen, zumal der Muttersöhnchen-Komplex gerade im ersten Akt eine Spur zu offensiv ausgespielt wird. Den drei Hauptdarstellern ist zu verdanken, dass das nicht passiert. Gerade bei Jeffrey Hunter liegt die Verantwortung, eine im klassischen Western nicht etablierte Position überzeugend zu verteidigen. Das gelingt ihm, weil man seine Figur weder belächelt noch bemitleidet, sondern vielmehr seine völlig plausible Position verteidigen möchte gegen das kurzsichtige, bisweilen dumme und völlig ignorante Verhalten, das in seinem Umfeld herrscht.

Das erschüttert zwar nicht nachhaltig das amerikanisch geprägte Bild des heldenhaften Duellisten, sorgt aber immerhin für einen kurzen Moment der Andächtigkeit, bevor man seinem Nebenmann am Tresen das nächste Mal ein Bierglas an den Kopf schlägt.
(5.5/10)

*weitere Informationen: siehe Profil

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