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21 Tunnel und 17 Brücken verbinden Manhattan aktuell mit dem Festland. Um eine glaubhafte Absperrung sämtlicher Zufahrtswege zu visualisieren, hätte der Cop-Thriller wahrscheinlich ein Vielfaches seines Budgets verschlungen. Insofern konzentriert sich die Story auf eine Hatz zwischen Gut und Böse, die merklich den Pendants der 90er nachhängt.

New York: Cop Andre Davis (Chadwick Boseman) verfolgt mithilfe der Drogenexpertin Frankie (Sienna Miller) zwei Drogendiebe, die während ihrer Flucht sieben Polizisten erschossen. Doch etwas scheint an dem Fall zu haken…

Der Titel verkommt leider ein wenig zur Randnotiz, denn die bekannten Brücken Manhattans werden mehrheitlich aus der Luft gezeigt, während sich die Hatz auf die nächtlichen Straßen konzentriert. Nach den ersten zehn Minuten untermauert der Überfall mit einigen Schusswechseln bereits eine angemessen rüde Gangart, die nie übertreibt und dennoch beherzt zur Sache geht.

In der ersten Hälfte ist eine reine Verfolgung angesagt, bei der zuweilen einige Logiklöcher auftauchen, was einzelne Hinweise auf Fluchtorte betrifft. Dennoch ist das Tempo konstant hoch, das Setting ist stimmungsvoll und die Optik wirkt angenehm geerdet und alles andere als hektisch. Allerdings bleibt für Figurenzeichnungen keine Zeit, denn Andre erhält nicht mehr als zwei Minuten mit einer demenzkranken Mutter, während seine Kollegin ab und an eine Tochter erwähnt, wobei die vermeintlichen Bösewichte auch nicht mehr als den Hintergrund eines vermasselten Kriegsdienstes erhalten.

Früh zeichnet sich indes ab, dass es einmal mehr um korrupte Cops und eine große Verschwörungstheorie gehen dürfte, zumal beim Überfall gleich zu Anfang einige Begebenheiten zu konstruiert wirken, - zumindest aus Sicht der Gangster.
Gegen Ende mehren sich Hinweise auf eventuelle schwarze Schafe und die Spannung lässt ein wenig nach.

Bis auf einige technische Gimmicks ist der Polizeithriller ein wenig aus der Zeit gefallen, was durchaus positiv zu werten ist. Hierfür spricht auch der ziemlich genau abgestimmte Score, der auf altmodische Weise an einigen Stellen deutlich zu dick aufträgt. Darstellerisch sind primär Boseman und J.K. Simmons in einer Nebenrolle positiv hervorzuheben. Sienna Miller performt deutlich weniger überzeugend und auch Taylor Kitsch hat schon besser agiert.

Eine Metropole im Ausnahmezustand wäre natürlich deutlich spektakulärer ausgefallen, doch die Action mit Wumms, einschließlich einiger blutiger Shoot-outs hält für rund 99 Minuten bei Laune, - Überraschungen, Twists oder doppelte Böden sollte man hingegen nicht erwarten.
Insgesamt nichts Dolles, Genrefans erhalten aber einen passablen Snack für Zwischendurch.
6 von 10

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