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Brennt die Brücken nieder!


„21 Bridges“ ist ein weiteres trauriges und faszinierendes Goodbye für den tollen Chadwick Boseman und ein zusätzliches Ausrufezeichen dahinter, was für ein feiner Mime UND Actionstar er war und noch Jahre hätte sein können. Und ganz nebenbei ist „21 Bridges“ auch noch ein oldschooliger Thriller zwischen Bronson, Norris und Wick. Nur bodenständiger. In dem Big Apple-Eine-Nacht-Krimi geht’s um einen Drogenraub, der mächtig schief geht und etliche tote Polizisten plus zwei Killer auf freiem Fuß zurücklässt. Und nun hat ein schiessbereiter, nicht unumstrittener Elite-Detective eine halbe Nacht lang Zeit, die beiden zur Strecke zu bringen - und dafür wird sogar ganz Manhattan samt Brücken und Tunneln abgeriegelt...

Manchmal will und braucht man nach einem langen Arbeitstag nichts für den Kopf oder das Herz. Da will man einfach nur das es einigermaßen spannend kracht. Und in diese stumpfe, aber nicht zu unterschätzende Richtung geht „21 Bridges“. Nur mit etwas mehr Stil und mehr Kohle im Rücken als es z.B. damals in den 80ern bei sowas üblich war. Und durch die realen Geschehnisse rund um den Star natürlich doch mit ordentlich Wehmut und sogar einem etwas feuchtem Auge. Boseman spielt den fokussierten Cop... fokussiert. Und stark wie immer. Seine Mimik und sein Ausdruck sitzt. Es ist kaum zu glauben, dass er solche Ationbretter mit Darmkrebs im Endstadium gedreht hat. New Yorks Nachtkulisse macht immer genug her. Es werden einige Kopfschüsse verteilt und auch unbeteiligte Zivilisten bleiben mal auf der Strecke. Das ist „schön“ zu sehen und eben wie damals. Fast. „21 Bridges“ ist kompetent gemacht, bleibt nicht zu lange und spielt seinen Stiefel nie langweilig runter. Selbst wenn man Wendungen und groben Verlauf schon arg früh (mehr als nur) ahnt. Einen Innovationspreis gewinnt das nicht. Gut unterhalten wurde ich dennoch. Und manchmal will man eben wie gesagt einfach nur abschalten. Und dabei hilft „21 Bridges“ ohne Abzüge - aber immer mit dem Finger am Abzug. 

Fazit: ein überraschend starker, straighter, fast klassischer und unzimperlicher Cop-Thriller mit einem charismatischen Boseman. Für Fans von „Collateral“ über „Den of Thieves“ bis „Street Kings“. Ein Avenger in dunkelblau. Du wirst jetzt schon arg vermisst... 

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