Im Bereich mörderischer oder dämonisch besessener Puppen gilt Chucky immer noch als das Maß aller Dinge, woran sich etwaig geartete Pendants natürlich messen lassen müssen. Dabei ist es der Spannung nicht zuträglich, wenn sich die Puppen mehr oder minder gar nicht bewegen, wie beim Spielfilmdebüt von Cuyle Carvin.
Den Kinderbuchautoren und Alkoholiker Robert zieht es nach der Scheidung ins Haus der just verstorbenen Mutter, wo er bald Besuch von seiner siebzehnjährigen Tochter Sammey erhält. Während Robert an einem neuen Buch über drei Puppen auf dem Dachboden arbeitet, entwickeln genau jene ein gefährliches Eigenleben…
Dass der mörderische Einfluss des Puppentrios vorhanden ist, schildert die Exposition, als sich ein ungepflegt wirkender Zeitgenosse nach dem Anblick der Puppen ins Bad zurückzieht und sich nach kurzer Überlegung die Pulsadern aufschneidet. Was es damit auf sich hat, weiß im Verlauf Dee Wallace als Nachbarin zu erzählen.
Das Zusammenspiel zwischen Tochter und Dad bleibt zumindest nachvollziehbar, weitgehend sympathisch und mit kleinen Auflockerungen durchzogen und auch das Interieur des nicht mehr allzu neuen Hauses ist in sich schlüssig eingerichtet. Hinsichtlich der Puppen macht sich allerdings rasch Ernüchterung breit.
Matthew, Tommy und Lucia wirken alles andere als furchteinflößend, obgleich dem Erstgenannten ein Auge fehlt und im Dunkeln kurz einige Klüsen aufleuchten. Über diese Einlagen kommt die mutlose Inszenierung jedoch nie hinaus.
Folgerichtig fallen die wenigen Ableben alles andere als packend aus, da sich die Puppen zu keiner Zeit bewegen, wodurch sich das Dahinsiechen bis auf eine Ausnahme im Off abspielt. Einzelne Übergänge von den Bilderbuchzeichnungen zu realen Momentaufnahmen sind zwar optisch gut umgesetzt, doch die Puppen bleiben zu harmlos und passiv. So deuten sich böse Vorzeichen lediglich durch das plötzliche Verschwinden der unfreiwilligen Untermieter an, während es zu regelmäßigen Unruhen in Form von Klopfen und Rascheln auf dem Dachboden kommt.
Der Mangel an Originalität und Kreativität macht sich im Verlauf immer mehr negativ bemerkbar, zumal viele Ereignisse komplett vorhersehbar ausfallen. Immerhin vermag sich der Showdown mit einer leichten Temposteigerung und kurzen prägnanten Ereignissen zu steigern, was den Gesamteindruck jedoch nur minimal aufbessert.
Der kaum vorhandene Score, die allenfalls zweckdienlich agierenden Darsteller und die Konzentration auf nur einen Schauplatz generieren zu wenig Abwechslung, nur selten atmosphärische Spitzen und unterm Strich kaum Spannung. Ein Puppentrio, das definitiv nicht für Alpträume sorgen dürfte.
Knapp
4 von 10