Wie eigentlich immer in Horrorfilmen üblich, sollten die Protagonisten mit ihren Wünschen vorsichtig sein, denn ansonsten resultiert daraus eine makabere Angelegenheit, die in Richtung „Wishmaster“ tendiert. Da macht das Debüt des russischen Regisseurs Aleksandr Domogarov keine Ausnahme.
Nach dem Unfalltod ihrer Mutter werden die Geschwister Olya und Artyom ins Internat geschickt, das abgelegen, nahe eines Waldes liegt. Bereits kurz nach ihrer Ankunft glaubt Artyom seine Mutter zu sehen und betritt den verbotenen Flügel des Anwesens. Einige Schüler folgen ihm und entdecken auf einem Spiegel das Zeichen der Pik-Dame. Dreimal ihren Namen gerufen und einen Herzenswunsch ausgesprochen, soll schon bald mancher Wunsch auf blutige Art in Erfüllung gehen…
Domogarov wurschtelt sich ein wenig durch populäre Themen der letzten Horrorfilmjahre: „Bloody Mary“ dient ebenso als Vorbild wie eine Puppe, die aus der Kollektion von „Annabelle“ stammen könnte, zudem gesellt sich der gängige Geisterspuk und später wird noch ein wenig „Flatliners“ bemüht.
Leider taugt das Geschwisterpaar kaum zum Mitfiebern, denn obgleich Artyom nicht viel von sich gibt, weisen seine irrationalen Verhaltensmuster einen latenten Nervfaktor auf, wodurch seine Schwester Olya dazu neigt, stets ein wenig angepisst zu reagieren. Ein Nerd, der bei der späteren Recherche nützlich ist und der beinahe schon coole Schuldirektor taugen schon eher als Sympathieträger.
Auf der Habenseite ist indes die handwerkliche Komponente zu verbuchen, denn das Schloss ist sorgfältig und detailreich ausgestattet, die Ausleuchtung ist zumeist stimmungsvoll und auch die Kamera arbeitet grundsolide, wodurch einige Szenenübergänge recht schick aussehen, während einige Luftaufnahmen ein wenig Abwechslung verschaffen.
Zudem sorgen der angrenzende Nebelwald mit kleinem Friedhof und Kapelle für atmosphärische Momente, gleiches gilt für das nächtliche Treiben im verbotenen Trakt.
Inhaltlich sind hingegen keine Überraschungen zu erwarten. Nach einem etwas zu ausladenden Vorlauf äußern die Schüler reihum ihre Wünsche, welche kurz darauf in Erfüllung gehen, wobei es die Pik-Dame natürlich nicht immer so genau mit den Nebenwirkungen nimmt. Allzu blutig fällt das Treiben jedoch nicht aus, die meisten Gewalteinlagen werden lediglich angedeutet und auch im Bereich der Spezialeffekte kommt man kaum über Maden im Essen und huschende Schatten hinaus. Die Bedrohung durch die Pik-Dame ist immerhin einigermaßen stimmungsvoll in Szene gesetzt und auch ein Rückblick zur Wurzel allen Übels ist gelungen.
Aufgrund mangelnder Originalität und dem nicht immer guten Timing bei den ohnehin nur wenigen Erschreckmomenten bleibt am Ende nicht viel hängen. Spannungsmomente halten sich in Grenzen, eher zünden einige atmosphärische Einlagen, zumal audio-visuell kaum etwas anzukreiden ist. Insgesamt und unterm Strich so unauffällig wie die darstellerischen Leistungen, was allenfalls zum anspruchslosen Berieseln langt.
5,5 von 10