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Die Beziehung zwischen Stars und Fans ist so eine zwiespältige Angelegenheit, wie bereits Stephen King mit „Misery“ zu berichten wusste. Fred Durst, Frontmann der Band Limp Bizkit war seinerzeit offenbar auch ein Opfer hartnäckiger Fans, was ihn dazu bewog, als Co-Autor tätig zu werden, was nicht nur angesichts einiger Goldener Himbeeren keine gute Idee war.

Der autistische Moose (John Travolta) ist Filmfan von ganzem Herzen. Als sein Idol, der Schauspieler Hunter Dunbar (Devon Sawa) in der Nähe eine Autogrammstunde gibt, ist er sogleich Feuer und Flamme und komplett enttäuscht, als dieser die Stunde abrupt abbricht. Moose sucht den Star vor seinem Anwesen auf und wird erneut schroff abgewiesen, doch der Fan gibt nicht auf…

„Rain Man“ hat offenbart, dass Autisten durchaus klug sind und sich für bestimmte Dinge außergewöhnlich begeistern können, - Moose wirkt hingegen wie ein dummes, unruhiges Kind in erwachsener Hülle. Mit karierten Shorts und knallbunten Hawaiihemden, einer Vokuhila-Frisur zwischen Mönch und Chemielehrer nimmt man die Hauptfigur nicht sonderlich ernst und lediglich das Verschwimmen moralischer und ethischer Grenzen lässt die Figur in Ansätzen bedrohlich erscheinen.

Von einer gelungenen Dramaturgie ist die Erzählung allerdings weit entfernt, da sich die Aktionen nur leicht variiert wiederholen, bis im finalen Akt ein wenig an der Gewaltspirale gedreht wird. Das Mitfiebern wird auch dadurch gemindert, da der Schauspieler maximal arrogant auftritt und sich somit das Mitgefühl für das potenzielle Opfer arg in Grenzen hält. Zudem bringen Nebenfiguren das Treiben rein gar nicht voran, wie die Paparazzo-Fotografin Leah, deren Voice-over über LA als Moloch allenfalls zum Einstieg Sinn macht, später jedoch eher stört.

Folgerichtig wird auch nicht auf die Ambivalenz zwischen Fans und Stars eingegangen. Während Leichen einige Tage unentdeckt im Garten liegen können, haben andere einen so festen Schlaf, dass mal eben das halbe Ohr abgeknibbelt werden kann, - einigen Situationen haftet etwas unfreiwillig Komisches an, wo anderweitig nur Kopfschütteln entsteht, etwa, bei der rückblickenden Erklärung für den Gemütszustand von Moose, bei der nebenher zum xten Mal „Nacht der lebenden Toten“ im Fernsehen läuft.

Travolta müht sich redlich, aus der eigentlich dankbaren Rolle etwas herauszukitzeln. Doch sein Chargieren tendiert in die falsche Richtung, er ist oftmals drüber, zappelt insgesamt zuviel und ist eigentlich nur dann glaubhaft, wenn er mal nichts sagt, was relativ selten vorkommt. Ansonsten ist das Drehbuch schlicht unausgereift und bedient sich einiger platter Klischees, anstatt die Situation genüsslich und eindringlich eskalieren zu lassen.
Bestenfalls ein Stalking-Thriller von der Stange, da er zumindest audio-visuell nicht gänzlich versagt, aber Spannung sieht halt auch anders aus.
4,5 von 10

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