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In einer gerade entstandenen amerikanischen Patchwork-Familie müssen die Stiefschwestern Mia (Sophie Nélisse) und Sasha (Corinne Foxx) erst zueinander finden, was in eine heimliche Spritztour zu einer versunkenen Unterwasserhöhle mündet. Gemeinsam mit 2 Freundinnen entert man also per Sprung in die Tiefe (fast 1:1 übernommen aus The Beach) ein für demnächst beginnende wissenschaftliche Forschungen angelegtes Floß, wo sich praktischerweise genügend Tauchausrüstung befindet - und schon gehts los ins Abenteuer. Durch ein Mißgeschick stürzt jedoch der Zugang zur Höhle ein und schnell zeigen sich die wahren Herrscher dieser Tiefe: große weiße Haie mit viel Appetit auf Menschenfleisch. Somit bleibt den jungen Mädels nichts anderes übrig, als einige der dunklen, schmalen Verbindungsgänge zu erkunden, die aus der Höhle heraus vielleicht wieder ans Tageslicht führen. Da die Sauerstoff-Reserven knapp werden, ist Eile geboten. Ob sie es wohl schaffen werden?

Im Unterschied zum "Original" 47 Meters Down 2 Jahre zuvor (2017) ist es im 2019er Sequel 47 Meters Down: Uncaged eine versunkene Aztekenhöhle, in der die Opfer gefangen sind und sich gegen die Haie verteidigen müssen.
Bezüglich der Location klappt das zunächst auch ganz gut: die mit vorinstallierten Strahlern ausgeleuchtete Höhle (schließlich ist das neue Familienoberhaupt Grant ein professioneller Taucher) mit den steinernen Figuren ist durchaus reizvoll und täuscht eine zeitlang darüber hinweg, daß die mäßige Spannung sich mehr oder weniger darauf beschränkt, wer von den Vieren nun das oder die "final girl(s)" werden wird. Denn daß es Verluste geben wird, steht von Anfang an fest, auch wenn diese sich vorerst auf zufällig(?) anwesende Herren konzentrieren: Schnapp! und weg sind sie.

Bei den durchaus brauchbar inszenierten CGI-Haien, die mit einigen Jumpscares ab und zu für Aufmerksamkeit sorgen, offenbart sich jedoch das erste größere Logikloch, denn diese sollen laut Drehbuch urzeitliche Bewohner sein, die nie das Tageslicht gesehen haben und somit evolutionsgeschichtlich blind geworden sind. Das alleine mag noch angehen, da sie ihre Opfer somit zumindest sensorisch spüren und hören können sollten, aber genau Letzteres scheint ihnen ebenfalls abhanden gekommen zu sein, da die Mädels laut tratschen, schreien, röcheln, jammern usw. und in einer Szene sogar ein hörbarer Unterwasser-Ghettoblaster zum Einsatz kommt, was die Raubfische aber nicht zu beeindrucken scheint. Also blinde und taube Haie - wtf? Und was haben die eigentlich die letzten Jahr(hundert)e im dunklen Höhlenlabyrinth gefressen, um so riesig zu werden?

Diese und andere Ungereimtheiten (z.B. daß die Mädels untereinder kommunizieren können, obwohl sich ihre Lauscher ohrstöpselfrei außerhalb der Masken befinden oder daß die Haie sich durch enge Gänge quetschen können etc.) ziehen dieses Sequel auf Popcornkino-Niveau hinunter: Nett anzusehen, aber völlig realitätsfern. Einige Einfälle der Regie lassen den Zuseher auch eher schmunzeln als mit den flüchtenden Mädels mitzufiebern. Das gekünstelt dramatische Ende bildet für das mit zunehmender Dauer immer seichter werdende Filmchen schließlich den passenden Abschluß: Die Frage, wann Haie wie zubeißen - ob messerscharf durchtrennend oder mit in Watte gepackten Beißerchen - mag man sich dann schon gar nicht mehr stellen...

Fazit: Aus der vielversprechenden Grundidee eines Unterwasser-Labyrinths macht das Drehbuch ein zunehmend unrealistisches Fluchtfilmchen, dessen schablonenhaft agierende Proponenten einem mangels Charakterzeichnung schnell ziemlich egal sind. Am Ende eher Kasperltheater denn Thriller - da war der Vorgänger trotz einfacherem Setting insgesamt deutlich besser. 5 Punkte.

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