Review

Erika, pack deine Geister ein!


„Eri“ (oder „Eerie“) ist ein „Horrorschocker“ von den Philippinen und aus Singapur, in dem es um eine Klosterschule geht, in der schaurige Dinge vonstatten gehen und in der sich vor Jahren mal eine der Schülerinnen auf der Toilette erhängt hat... Viel mehr will und muss ich dazu gar nicht schreiben, denn jeder, der auch nur drei Filme aus diesem Genre in seinem Leben gesehen hat, weiß ungefähr, was dann kommt. Zumindest in groben Zügen. Natürlich ist das Ding ganz ordentlich gefilmt und atmosphärisch inszeniert, anfangs war Hoffnung bei mir auf ein unentdecktes Kleinod am Start, der Exotikbonus ist zugegen und es gibt den ein oder anderen soliden Erschreckmoment, der auch mal fintiert oder ins Leere gelaufen lassen wird - doch insgesamt ist das ein Produkt, das sich viel zu sehr an (zum Teil genauso schwachen) westlichen Produktionen orientiert, viel zu wenig Eigenes an den Tisch bringt und das man sogar auf Netflix mal ganz locker skippen bzw. ignorieren kann. Selbst als Horrorallesgucker an Halloween - und das will was heißen, da man ja bekanntlich immer auf der Jagd nach neuem „Shit“ ist, wenn möglich aus unbekannten Regionen der Welt und des Genres. Aber „Eri“ ist eher Abschreckung als Entdeckung.

Nonnen, Kirchen, Religion, Klöster, Geistliche, Dämonen, Glauben, Liebe, Hass, Schuld, Sünde, Tod - hängt alles irgendwie zusammen, hat gerade in der heutigen Zeit nochmal spezielles Gewicht, hat immer das Zeug zum Gruseln, vom Klassiker wie „Der Exorzist“ bis zum Conjuring-Universum, und spielt alles minimal natürlich auch hier Rollen. Und um ehrlich und fair zu sein, muss man sagen, dass auch Hollywood oft genug mit wesentlich größeren Mitteln nicht viel mehr auf die Beine stellt als diese fernöstliche Variante und Interpretation des Themas. Zu einem guten Film macht das „Eri“ aber natürlich noch lange nicht. Das Ende wirkt aufgesetzt und die Hauptdarstellerin bemüht, dabei sind das noch mit die besseren Punkte der schwachen Geistervorstellung. Allein wie oft die nahezu gleiche Einstellung auf dem „Tatort-Klo“ benutzt wird, hat mich verwirrt, enttäuscht und fast schon erbost. Zudem wird aus dem Setting viel zu wenig gemacht, die Figuren gehen einem am Schlafittchen vorbei und richtige Spannung bleibt fern. Komplett. Da hätte man sich viel eher auf eigene Stärken und Gewürze konzentrieren müssen anstatt westliche Flachköpper noch flacher und fischiger zu imitieren. „Eri“ ist ereignisarm, redundant und reichlich nervig, ja oft genug richtig öde. Und dadurch hilft dann auch der im Ansatz und an der Oberfläche erfrischende Blickwinkel nicht wirklich. Da schaltet man schon ab, lange bevor man den Aus-Knopf auf der Fernbedienung drückt. 

Fazit: die heulende Myr... äh Erika! Milder Nonnengrusler voller Langsamkeit, Unheil und Atmosphäre. Aber auch mit Klischees, Wiederholungen und Langeweile „gesegnet“. Da hilft auch der Exotikbonus wenig. Selbst wenn man in seinen besten Zeiten westliche Nonnengrusler ala „The Nun“ oder „St. Agatha“ hinter sich lassen kann, zehrt das Gesamtpaket doch arg an den Nerven und der Geduld. Wirklich nicht gut genug. I'm sorry. 

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