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Lebende Tote sind immer wieder ein beliebtes Thema im Horrorfilmbereich, wobei es ja nicht zwangsläufig der klassische Schlürf-Zombie sein muss. Mit untoten Wikingern hätte sich eine regelrechte Schlachtplatte kreieren lassen, doch der schwedische Regisseur Rasmus Tirzitis zog es vor, die Bedrohung weitgehend auszublenden und einen auf Hüttendrama zu machen.

Um 811 n. Chr. : Runa ist die ältere von zwei Töchtern und lebt seit dem Verschwinden ihres Vaters vor zwei Jahren mit ihrer Mutter und dem Großvater in einer bescheidenen Holzhütte im Wald. Seit einiger Zeit wird die junge Frau von blutigen Visionen heimgesucht, die sich noch verstärken, als sie den verletzten Torulf aufgabelt. Jener hat den Vater angeblich noch vor kurzem gesehen…

Die Produktion dürfte unterm Strich nicht allzu hohe Kosten verursacht haben, denn eine Holzhütte im Wald, simple Kleidung und ein paar schlichte Waffen lassen die frühmittelalterliche Ära auf minimalistischer Basis durchaus glaubhaft aussehen.
Allerdings wird mit Pfeil und Bogen, Äxten und Speer vorzugsweise trainiert, anstatt damit gegen eine Bedrohung oder gar einen Feind vorzugehen.

Entsprechend widmet sich die Erzählung lange Zeit den vier Familienmitgliedern, was mit zahlreichen Dialogen einhergeht. Speziell das Verhältnis zwischen Runa und ihrem blinden Opa wirkt herzlich, wogegen die verbitterte Mutter nicht gerade auf der Sympathieliste landet.
Als schließlich Torulf versorgt wird und von gemeinsamen Erlebnissen mit dem Vater berichtet, welche eben nicht per Flashback visualisiert werden, schwindet bereits die Hoffnung, überhaupt noch so etwas wie Abwechslung serviert zu bekommen.

Als die untoten Wikinger letztlich doch noch auftauchen, sind entsprechende Konfrontationen derart unspektakulär und unblutig inszeniert, dass in diesem Zusammenhang kaum von Action gesprochen werden kann, während die FSK16 deutlich zu hoch angesetzt ist.
Die allenfalls durchschnittlich performenden Mimen können der allgemeinen Ereignisarmut kaum entgegenwirken, lediglich der stimmungsvolle Score, der treffend auf Streicher, Maultrommel und Holzblasinstrumente setzt, hebt sich positiv hervor.

Zwar wird die Isolation der überwiegend sympathischen Protagonisten glaubhaft vermittelt, doch in Sachen Spannung ist innerhalb der 105 Minuten Laufzeit kaum etwas auszumachen.
Wer Thrill und etwas Blutvergießen sucht, dürfte bei diesem betont ruhig erzählten Mystery-Drama folgerichtig kaum fündig werden.
3,5 von 10

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