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Die etwas krude anmutende Mischung aus Südkorea versucht gleich mehrere Genres unter einen Hut zu bringen, was sich zumindest nicht gegenseitig aushebelt. Was storytechnisch ein wenig in Richtung „Constantine“ oder „God´s Army“ tendiert, kommt jedoch nicht ohne erhebliche Längen im Mittelteil aus.

Der gefeierte MMA-Kämpfer Yong-hoo (Seo-joon Park) hat seit dem Unfalltod seines Vaters den Glauben an Gott verloren. Seit einiger Zeit trägt er eine blutende Wunde in der Hand mit sich herum, welche die Mediziner nicht einordnen können. Über Umwege landet er bei Pater Ahn (Sung-ki Ahn), der als Exorzist im Auftrag des Vatikan unterwegs ist. Yong-hoo schließt sich dem Geistlichen an, denn ein mächtiger Dämon macht derweil Seoul unsicher…

Mit der Vorgeschichte lässt sich die Erzählung einige Minuten Zeit, um die schicksalsträchtige Kindheit der Hauptfigur zu durchleuchten. Yong-hoo hat eine sehr enge Verbindung zu seinem Vater, einem Cop. Als dieser im Dienst schwer verletzt wird, sucht der Junge Trost in der Kirche. Doch er wird letztlich hart enttäuscht, woraufhin Yong-hoo als einsamer, verbitterter Kämpfer einen Weg zum Kompensieren findet. Folgerichtig ist die Annäherung der ungleichen Helden mit Problemen behaftet, wobei sich das langsame Antasten durchaus nachvollziehbar entwickelt.

Die Fälle der Besessenen bieten indes wenig Innovatives: Mit weißen Klüsen und überdimensional hervortretenden Krampfadern wird geflucht und gebölkt, während Bibelsprüche, Weihwasser und der eine oder andere körperliche Einsatz mit Erfolg eingesetzt werden. Im Grunde muss Yong-hoo nur sein Stigmata in der Hand einsetzen, schon wird der Patient flambiert und ist danach wieder klar in der Birne.

Leider lässt die Action deutlich zu lange auf sich warten, denn gekämpft wird erst gegen Finale, was zwar ordentlich choreographiert, jedoch nicht mit spektakulären Moves ausgestattet ist. Ansonsten ist das Erzähltempo zwar einigermaßen flott und die Atmosphäre an Lokalitäten wie moderner Club oder Waisenhaus halbwegs stimmig, doch sonderlich viel Abwechslung liefern die Austreibungsvorgänge auf Dauer nicht, zumal der Bösewicht im Ritualkeller viel mit sich allein ausmacht und eigentlich erst gegen Ende ein paar Hebel in Bewegung setzt.

Handwerklich ist dem Regiedebüt von Joo-hwan Kim wenig anzukreiden. Die schnörkellose Optik ist stilsicher, der Score treibt in entscheidenden Momenten ordentlich an, nur einige CGI sind ein wenig schludrig ausgefallen. Darstellerisch reißt sich niemand ein Bein aus, wobei die beiden Hauptakteure ganz ordentlich miteinander harmonieren.

Letztlich ist die Mischung aus Drama, Mystery, Horror und Action mit 129 Minuten eindeutig zu ausladend ausgefallen, manche Dialogpassage hätte man zugunsten einiger Action locker streichen können, während die Anflüge von Humor zu harmlos bleiben, um dem Geschehen eine besondere Note zu verleihen. Ein paar interessante Ansätze zwischen Atheismus und Bestimmung, zwischen furchtlos angegangenen Missionen und eher berechenbaren Dämonen, aber so richtig springt der Funke nicht über.
6 von 10

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