iHaveCNit: Queen & Slim (2020)
14.07.2020
Wie immer kommt es auch mal dazu, dass ich aufgrund der Fülle an Filmen und dem Fehlen von Zeit nicht immer den einen oder anderen Film direkt im Kino sehen kann. Aber einige dieser Filme bekommen auf jeden Fall noch ihre Aufmerksamkeit im Heimkino. Den ersten Film aus diesem Jahr, den ich im Heimkino nachhole ist Melina Matsoukas „Queen & Slim“ mit Daniel Kaluuya und Jodie Turner-Smith in den Hauptrollen. Und die Zeit für die Sichtung hätte auch nicht passender kommen können.
Für den Schuhverkäufer Ernest Hines und die Anwältin Angela Johnson sollte es eine ruhige Heimfahrt nach einem gemeinsame Tinderdate werden, doch sie werden von einem Polizisten auf Streife angehalten, der seinem Job in Anbetracht einer Routinekontrolle bei den beiden Afroamerikanern viel zu gründlich vornimmt. Im Eifer des Gefechts bekommt Angela einen Streifschuss ins Bein ab und Ernest erschießt den Polizisten aus Notwehr. Beide entscheiden sich zur Flucht und werden somit zur Zielscheibe der Ermittlungsbehörden – aber auch zu Helden für die afroamerikanische Gemeinschaft.
„Queen & Slim“ könnte im Laufe der Jahre und vielleicht Jahrzehnte ein sehr wichtiger Film für die afroamerikanische Gemeinschaft werden. So etwas wie einen eigenen „Bonnie und Clyde“. Nachdem der Film innerhalb kurzer Zeit bereits sein Szenario aufgebaut hat, geht es die über 2 Stunden Laufzeit sehr lässig auf einen Roadtrip, indem wir vor allem die von Daniel Kaluuya und Jodie Turner-Smith gespielten Hauptcharaktere Ernest und Angela immer mehr kennenlernen und miterleben, wie sie sich immer näher kommen, wohlweislich, dass diese Zeit der Zweisamkeit vielleicht nur von kurzer Dauer sein wird. Unabhängig davon, wie problematisch aus gesellschaftlicher Sicht die zu genaue Polizeiarbeit zu Beginn ist, so möglichst ausdifferenziert versucht sich der Film den Folgen einer aus Notwehr entstandenen Straftat zu nähern. Natürlich wie für Roadtrips üblich werden diverse Stationen abgehakt auf denen durchaus die ein oder anderen spannenden und auch gefühlvollen Momente entstehen. Auf dem Weg erleben wir auch, wie die Tat und die Flucht der Beiden mitunter auch zu einem Symbol für die afroamerikanische Gemeinschaft wird und durchaus auch bei dem einen oder anderen zu einschneidenden Entscheidungen führt, die schon sehr drastisch und extrem sind. Insgesamt ist der Film cool inszeniert und er hat mich auf jeden Fall dann beim erwartbaren Ende dann auf jeden Fall emotional bekommen.
„Queen & Slim“ - My First Look – 8/10 Punkte.