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Jennifer Conrad (Penelope Mitchell) hat gerade mit ihrem Freund Boyd Schluß gemacht und zieht in eine neue Wohnung - das titelgebende Apartment 212. Den Umzug managt die selbstbewußte 20jährige per Zweiachsanhänger an ihrem kleinen Wagen selbst - nur der freundliche Hausmeister der Anlage, der alleinstehende Terry (Kyle Gass), ein Mittfünfziger mit Glatze und Brille, hilft ihr ein wenig. Am nächsten Tag versemmelt Jennifer ein Vorstellungsgespräch, trifft aber eine alte Schulfreundin auf der Straße, die ihr einen neuen Job in ein paar Wochen verspricht. Diese nächsten Wochen aber haben es in sich, denn nachts hört Jennifer aus der benachbarten Wohnung ein Schluchzen, das sie nicht schlafen läßt. Als sie nach ein paar Tagen die Nachbarin befragen will, bläst sich diese gerade selbst den Schädel weg. In der Folge muß deren völlig vermülltes Apartment desinfiziert und ausgeräumt werden - als der Hausmeister gerade die Müllsäcke wegschmeißt, kann Jennifer daraus eine ihr hübsch erscheinende silberne Schatulle retten, die sie in ihre Wohnung trägt. Doch seit diesem Vorfall stellt die junge Blondine beim morgendlichen Blick in den Spiegel seltsame rote Flecken an ihrem Körper fest, die sie zunächst für aus der Nachbarwohnung herübergekrochene Bettwanzen hält. Trotz aller Maßnahmen wie Spray, Moskitonetzen und einem Kammerjäger werden die Flecken jedoch immer mehr, bis Jennifer davon völlig entstellt ist. Als sie endlich zum Hautarzt geht, weiß der auch keine Erklärung - die großen roten Flecken sehen wie Bisswunden aus...

In ruhigem Erzähltempo baut Gnaw eine zunehmend mysteriöser werdende Story auf, die trotz weniger tatsächlicher Ereignisse während der ersten Stunde zu keiner Zeit langweilig wird. Dies ist hauptsächlich das Verdienst der authentisch erscheinenden Filmcharaktäre, die man selbst zu kennen glaubt: Die wieder solo nach einem neuen Start suchende junge Jennifer, eine empathische, junge Dame, der machomäßige Ex-Freund Boyd, (ein ziemliches Arschloch), der etwas zerstreute, aber hilfsbereite Hausmeister, die kettenrauchende alte Besitzerin der Wohnanlage oder auch ein paar schräge Nachbarn. Durch dieses relativ geerdete Setting vermag man dem Film zu folgen, auch wenn zunächst wenig Spektakuläres geschieht.

Denn erst nach und nach kommt Jennifer den juckenden roten Flecken auf die Spur: mit oben erwähntem Schmuckkästchen hat es nämlich eine besondere Bewandnis - die Nachbarin hatte dieses in einem unbeobachteten Moment aus einem Antiquitätenladen geklaut und auch die neue Besitzerin wird damit keine Freude haben. Zuerst heimlich, dann mit Terrys Unterstützung steigt Jennifer in die leere Nachbarswohnung und stellt Nachforschungen an: in der Schatulle befindet sich das Tagebuch der Nachbarin, und nachdem Jennifer dieses gelesen hat, trifft sie die ganze Wucht des Geheimnisvollen...

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, aber wer mit den Gremlins aus den 80er Jahren etwas anfangen kann, wird auch hier seine Freude haben. Tip: Nach dem Abspann gibt es noch etwas zu sehen...
Fazit: Ein Mysterystreifen ohne großes Budget, der dank seiner Hauptdarstellerin jedoch ganz passabel zu unterhalten weiß. 6,51 Punkte.

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