Obgleich der Kosovo-Krieg von 1999 bis heute noch einige Fragen aufwirft und über den Einsatz der Nato ohne Mandat der Vereinten Nationen diskutiert werden kann, gibt es unumstößliche Fakten. Daran möchte der vorliegende Actioner in Form einer russisch-serbischen Produktion mächtig rütteln, was folgerichtig reiner Propaganda gleichkommt.
Diese Tatsache sollte man im Vorfeld bereits abstrahieren, um sich auf den Film einlassen zu können.
1999, Pristina im Kosovo: Der russische Geheimdienst beordert einige Söldner um Andrey, den hiesigen Flugplatz zu besetzen, bevor die Schergen der albanischen UCK um den Schurken Smuk ihnen zuvorkommen. Doch die Unterstützung der russischen Bodentruppen lässt auf sich warten…
Der Einstieg erfolgt im Jahre 1995 in Bosnien und Herzegowina als die späteren Söldner bereits im vollen Einsatz sind und Andrey einen Kriegsgefangenen, der eigentlich unter dem Schutz der Nato stand kurzerhand aus dem Heli schleudert. Daraufhin wird dem Trupp die russische Staatsbürgerschaft entzogen und erst wieder ermöglicht, wenn sie sich dem Himmelfahrtskommando stellen, - ein nicht gänzlich unrealistischer Deal.
In Sachen Action beweist Regisseur Andrey Volgin kurz darauf bei der Bombardierung eines Hospitals in Belgrad, dass mit einem vergleichsweise geringen Budget von drei Millionen Dollar durchaus etwas Wuchtiges zu inszenieren ist und nimmt auch in Sachen Gewaltdarstellung kein Blatt vor den Mund, wenn Opfer meterhoch durch die Luft geschleudert oder von herab fallenden Trümmern getroffen werden. Gleichwohl ein eindeutiges Statement zur Luftoffensive der Nato.
Allerdings setzt sich die Schwarzweißmalerei munter fort, denn fortan wird die Kompromisslosigkeit der Albaner in den Fokus gerückt, während die Söldner über weite Teile gute Laune und lockere Sprüche zelebrieren, was deutlich einigen Hollywoodvorbildern nachempfunden ist. Andrey erhält gar die Option einer Romanze mit einer Krankenschwester, um das allgegenwärtige Grauen etwas zu erden und zugleich ein wenig Menschlichkeit in die Runde zu werfen.
Im letzten Drittel leisten Make-up und Pyrotechnik schließlich ganze Arbeit, wenn Handgranaten und Granatwerfer zum Einsatz kommen und auch mal ein Unterschenkel völlig zerfetzt wird. Rein taktisch gehen die Feinde allerdings reichlich irrational vor, während die vermeintlichen Helden ebenfalls nicht optimal zu Werke gehen. Der Spannung tut dies jedoch keinen Abbruch, denn sofern man sich auf das früh festgelegte Bild von Gut und Böse eingelassen hat, ist auch ein gewisses Mitfiebern gewährleistet.
Darstellerisch wird passabel abgeliefert und mit Gojko Mitic findet sich sogar ein bekanntes Gesicht wieder. Der Score arbeitet zweckdienlich, die Kamera liefert meistens übersichtliche Bilder, nur einige nächtliche Sequenzen geraten ein wenig zu hektisch.
Storytechnisch sollte man sich hingegen nicht von einigen Archivaufnahmen verwirren lassen, die einen gewissen Realgehalt zu untermauern versuchen, obgleich einige historische Fakten vertauscht und so manche hinzu gedichtet werden. Auf Basis der Action gehen die etwas zu lang geratenen 129 Minuten jedoch in Ordnung, ein fader Beigeschmack bleibt allerdings.
Knapp
6 von 10