Review
von Leimbacher-Mario
Torture Porn is back?
Bei einer Familie wird abends eingebrochen und der Vater landet bei ein paar anderen „Folterversuchskaninchen“ in einem dreckigen Kellerraum. Nun heißt es Schmerzen herzen, Fragen haben und sich in Leiden weiden. Lebt seine Familie noch? Wer ist der Entführer und kantige Folterer? Wer sind die Mitinsassen? Gibt es einen „Sinn der Sache“? Was haben Rückblicke (?) zu einem kleinen Jungen damit zu tun? Und noch wichtiger: gibt es einen Ausweg?
„The Dare“ ist rigoros humorlos und brutal. Letzteres manchmal fast auf „New French Terrorwave“-Niveau von vor 15 Jahren. Top. Und dabei erzählt er aber auch noch eine solide Mobbing- und Krimigeschichte auf zwei sich kreuzenden Ebenen, die durchaus zu unterhalten weiß. Und so ergibt sich eine blutig-gewievte Folterplatte mit allerlei schweinisch-splattrigen Sauereien. Die Laufzeit ist gut und knapp gewählt, es kommt nie auch nur ansatzweise Leerlauf rein, es gibt sowohl für Gorehunde wie Rätselfreunde lobenswerte Ansätze. Die Darsteller fallen qualitativ nie aus dem Raster und die Stimmung ist fast schon nihilistisch. Low-Budget-Schlachtplatte und -Torture Porn, der sich sehen lassen kann. Phasenweise etwas zu hoher Kontrast bzw. ein alles verschluckendes Schwarz, aber das muss nicht am Film liegen, eher am deutschen oder internationalen Transfer oder gar den Einstellungen und der „Tagesform“ meines Fernsehers. Ansonsten: anständig unanständig!
Fazit: The Gore! „Saw“ trifft „See No Evil“, Leatherface, Rorschach und etwas Mystery. Düster, brutal, effektiv. „The Dare“ ist nicht zum Spaßen zu Mute. Leider konnte ich über weite Strecken vor lauter (OLED-)Schwarz nicht genug sehen… Dennoch: saftig und solide. Besser als „Saw: Spiral“.