Ein Typ mit Pferdeschwanz wacht nach einer durchfeierten Nacht in einer Art Wartezimmer auf, ohne zu wissen, wie er dorthin gekommen ist. Es gibt zwei Ausgänge, der eine ist mit "Warheit", der andere mit "Lüge" angeschrieben. Durch den zweiten tritt ein seltsamer Typ in das Zimmer und gibt an, dem Erwachten die Wahrheit zeigen zu wollen. Der ist jedoch der Meinung, die Wahrheit schon zu kennen und entscheidet sich für die "Lüge". Zusammen betreten sie den Gang hinter der Türe, wo sie auf erbärmliche menschliche Gestalten treffen, die sich anscheinend selbst bestrafen...
Dieser Kurzfilm stammt vom schweizer Independent-Film-Team von nuckleduster.com und auf den ersten Blick fällt einem der professionelle Look auf. Kamera und Kameraführung sind auf hohem Niveau, ebenso der Ton, da wirkt nichts wie von Amateuren gemacht. Die digitalen Verfremdungen tragen zu der surrealen Atmosphäre bei und wirken nicht aufgesetzt. Auch die Musik fügt sich gut ein.
Die Spezialeffekte halten sich mengenmässig in Grenzen, sind dafür aber überzeugend umgesetzt. Auf Goreexzesse wurde verzichtet, tatsächlich gibt es keinerlei Splattereffekte, nur ein wenig Blut.
Das Make-Up ist überzeugend umgesetzt und sorgt für die Schauwerte.
Die Schauspieler vermögen nicht so ganz zu überzeugen, da es Laien sind. Die Dialoge wirken gestelzt und sind nicht besonders gut geschrieben. Allerdings hat man in Amateurfilmen schon weitaus schlimmeres sehen müssen. Störend ist der leichte Akzent der schweizer Darsteller, positiv ist der Kürzestauftritt von H.R. Giger.
Inhaltlich kommt "Debilitas" leider nicht viel weiter als bis zu ein paar vermeintlich verstörenden Ekelbildern, hinter denen nicht allzuviel steckt. Nicht selten wirkt das Ganze eher lächerlich. Man wird das Gefühl nicht los, dass da jemand seinen Film wichtiger nahm, als er in Wirklichkeit ist. Ein wenig mehr Selbstironie wäre auch nicht verkehrt gewesen. Dennoch ist zu begrüssen, dass man sich überhaupt um einen Inhalt bemüht hat.
Fazit: Ein Independent-Film, der technisch nahezu perfekt gemacht ist, während der Inhalt nicht mithalten kann. Ein bisschen weniger Konzentration auf Schockbilder und dafür mehr auf die Ausformulierung der Botschaft wäre ganz gut gewesen.