Review

Eine Bikergang terrorisiert ein amerikanisches Wüstenkaff. Ihr Pech, dass Vietnam-Veteran Stryker dort gerade einen alten Kameraden und dessen Familie besucht. Gemeinsam mit einigen Ortsansässigen leisten sie Widerstand.


Auweia, hier versammeln sich Klischees und Stereotype en masse, Aber vermutlich ist das aus heutiger Sicht neben der Bestzung sogar einer der Gründe, weshalb der Film nicht völlig untergeht, denn Regisseur Nuchtern setzt schon alles mögliche in den Wüstenkaffsand.

Fast genauso zahlreich wie die Klischees tummeln sich hier die B- und Ex-A-Liga "Stars". George Kennedy, Richard Lynch, Karen Black, Lance Henriksen und William Forsythe stellen schon eine beeindruckend namhafte Besetzung für einen solchen Film dar. Und Vor allem der hier als Bill benannte William Forsythe liefert eine beachtliche Leistung ab. Ebenso macht Karen Black das Beste aus ihrer flachen Rolle. Kennedy im Rollstuhl ist sympathisch wie eh und je, hat aber zu wenig Screentime, allerdings scheint er heftig Freude daran zu haben, mit einer selbstgebauten Panzerfaust herumzuspielen. Richard Lynch ist crazy wie immer, nur Lance Henriksen enttäuscht doch arg. Er gibt hier den wortkargen Veteran, erlaubt sich dabei aber auch kaum einen Ausrutscher bei seiner stoischen, emotionslosen Mimik. Er tappt durch den Film, als würde ihn das alles nicht tangieren, als würde ihn alles nur langweilen und anöden. Das kann er deutlich besser.

Besser wäre auch das Drehbuch möglich gewesen, denn das hat zwar ein paar nette Ideen, wie zum Beispiel die selbstgebauten Waffen des Herrn Kennedy und sogar einen Panzer, aber viele Dialoge stammen dann doch aus der Mottenkiste.

Setzt dann mal die Action ein, gibt es einige nette Explosionen und jede Menge Zeug, inklusive Häuser, geht zu Bruch. Das hätte (in der Uncut-Fassung) ein Fest werden können, doch leider versagen Regisseur Nuchtern und sein Kamerateam auf ganzer Linie. Nuchtern ist nicht in der Lage, wirklich Drive in das Geschen zu bringen, von Spannung ganz zu schweigen, aber die erwartet man bei Filmen dieser Art ja eh nicht wirklich. Die Kamera patzt dahingehend, sie oft zu weit weg und rund um die Kämpfenden nicht dynamisch (nicht mit Wackelkamera verwechseln) genug unterwegs ist. Da hätte man mit anderen Perspektiven und Bewegung trotz der lahmen Kampfchoreographien mehr rausholen können. Aber da war man so uninspiriert wie Henriksen bei seinem Nicht-Spiel.

Immerhin wird mit gesunder Härte gestorben, zumindest in der ungekürzten Fassung.


Geboten bekommt man also einen launigen, voller Klischees steckenden Biker-Actioner mit einigen skurrilen Figuren und einem gelangweilten Lance Henriksen, der von William Forsythe locker an die Wand gespielt wird. Es knallt und bröckelt im Actionpart jede Menge und ein Panzer spielt eine größere Rolle. Kein Meilenstein, kein totaler Ausfall, aber jede Menge verpasste und verpatzte Möglichkeiten.

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