Diese englische Mini-Serie von 1989 basiert auf dem gleichnamigen Roman, der für den Booker Prize, dem wichtigsten Preis für britische Literatur, nominiert gewesen ist (deutscher Titel: "Saubere Arbeit"). Das Buch kenne ich nicht, aber es gilt hier als gut umgesetzt.
Es geht um die junge feministische Uni-Professorin Robyn, welche im Rahmen eines Schattenprogramms ("Industry Year Shadow Scheme") Einblick in den Arbeitsalltag einer lokalen Giesserei erhält und dort auf deren älteren Geschäftsführer Vic trifft. Theorie trifft auf Praxis, Idealismus und Naivität auf Abgebrühtheit und Abstumpfung.
Die 4 Folgen à rund 50 Minuten sind kurzweilig und bieten einen gelungenen Einblick ins Akademiker- und Arbeitermilieu. Die beiden Hauptdarsteller machen einen tollen Job. Warren Clarke in der Rolle von Vic ist ein gestandener britischer Schauspieler mit so einer richtigen Charaktervisage (wobei die Tatsache, dass der damals fast 10 Jahre jünger war als ich heute, mich leicht schaudern lässt..). Grosses Plus der Serie ist die junge Haydn Gwynne, die mir neulich schon in einer anderen Produktion aufgefallen und der Grund für diese Sichtung war. Ihre Robyn ist scharfzüngig, idealistisch und charmant, hat aber auch "Femme Fatale"-Qualitäten. Ich hätte gern mehr von ihr gesehen, bezweifle aber, dass ich noch mal so einen "Treffer" lande.
Das war eine schöne Überraschung, ein Stück (britischer) Qualitätsarbeit aus einer lange vergangenen Zeit und eine willkommene Abwechslung zum heutigen inflationär ausgespuckten "Content"-Einheitsbrei!