Review
von Leimbacher-Mario
Genau so könnte es ablaufen
„7500“ ist ein Thrillerkammerspiel über einen amerikanischen Co-Piloten in einer deutschen Fluggesellschaft, dessen Flug nach Paris kurz nach dem Start von einem deutschen Flughafen von islamistischen Terroristen gekapert wird und in ein dicht besiedeltes Gebiet gestürzt werden soll...
Ein wenig erinnert der intensive Thriller an eine Mischung aus „Terror - Ihr Urteil“ und „United 93“, schildert er doch ein solches Szenario erstaunlich nüchtern, bodenständig und dadurch vielleicht noch unter die Haut gehender als ein klassischer, ausgeschmückterer Thriller. Das Gegenteil eines „Passagier 57“ - und das ist auch gut so. In der kleinen, sehenswerten, deutschen Produktion brilliert Joseph Gordon-Levitt mit Understatement und Realismus, mit Sympathie und Hingabe, zwischen Wut, Angst und Vergebung/Verständnis, zudem wird man als Zuschauer immer wieder in unangenehme Entscheidungen, Momente und „Was würdest du tun?“-Zwiespälte gedrängt, wobei auch die erstaunlich und erfreulich unaufgebauscht und neutral genug daherkommen. Ich mag den Stil, ich mag die Emotionen die transportiert werden, ich mag die Denk- und Diskussionsanstösse die das harte, aktuelle Drama mit sich bringt. Selbst wenn der Film an sich jetzt keine allzu neuen Erkenntnisse oder Taktiken und Techniken mit an den Tisch bringt. Doch er macht seine simple Sache einfach sehr spannend und unmittelbar. Regiedebüt von Patrick Vollrath?! Respekt!
Fazit: ein in seinen besten Momenten fast schon unangenehm spannender, extrem realistischer und überzeugend minimalistischer Flugzeug-Kidnap-/Terror-Thriller, der einen quasi durch die komplette Laufzeit am Rande des Sitzes hält, einem schwitzige Hände verpasst und der durch seine erfreuliche Nüchternheit und Bodenständigkeit einen deutlichen Daumen hoch von mir bekommt. Selbst wenn er jetzt keine ganz großen Überraschungen oder bleibenden Momente bereithält. Ein lohnenswertes, knackiges Amazon Prime Exclusive!