Review

Das Flüstern des Meeres


Den Wellen und Geräuschen des Meeres zuzuhören hat für viele eine beruhigende und wunderschöne, positive Wirkung. In dem Kurzfilm „Melopee“ aka „Plainsong“ haben diese rauschigen Wellenmelodien allerdings eine derart mysteriös-magische Anziehung, dass es wiederum gefährlich werden könnte für eine Gruppe Jugendlicher am Strand...

„Melopee“ ist ein kanadisches Juwel über Ruhe und Einsamkeit, über das Rauschen und die Verführung, über Traurigkeit und Selbstmordgedanken, über Stille und Traurigkeit. Und das alles verpackt in ein hübsch anzusehendes, lovecraft'sches Creature Feature. Sensibel und intensiv. Die „Meerjungfrau“, wie ich das Geschöpf jetzt mal hilfsweise betitele, sieht grandios aus, die Melodien sind nicht nur unterschwellig fesselnd und eine taubstumme Protagonistin ist ebenfalls lobenswert und hat man nicht alle Tage, macht obendrein Sinn und wirkt nicht unnötig hineingedrückt. Hier passt einfach sehr viel für einen gelungenen Kurzfilmgenuss zusammen. Selbst wenn man seine Erwartungen an Action sowie Horror zurückschrauben sollte. Das hier ist eher romantisch und eindringlich auf seine ganz eigene Art, mit einem entschleunigten Rhythmus und messerscharfen Seelenstreichern. Ich hoffe, den sehe ich irgendwann nochmal und den Machern kann man ruhig Geld in die Hand drücken für größere Projekte. 

Fazit: ein lovecraftisch-einlullender (Alp-)Traum - feucht und gruselig, wabernd und unterschwellig. Audiovisuell erstklassig und ein faszinierendes Creature Design. Von den ernsteren Kurzfilmen des diesjährigen Fantasy Filmfest-Jahrgangs mein Favorit. 

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