Und wieder eine neue Folge aus meiner kleinen US-TV-Movie-of-the-Week-Nostalgieecke, diesmal: „Die Nacht des Schreckens“, die im Original eine „Night of Terror“ war.
Es ist einer der originalen ABC-Thriller, die in den 70ern Quoten wie Heu machten, heute irgendwo zwischen kurios und überraschend pendeln. Meistens gab die Besetzung den Ausschlag und die ist auch hier ganz solide.
Alles beginnt mit einer Verfolgungsjagd zwischen Böslingen, die im 5.Stock eines Treppenhauses vor der Wohnung von Linda und Celeste mit einem Kampf und einem Mord endet. Zwei Handlanger (die übrigens den Simpsons-Mafioso-Helfern von „Fat Tony“ enorm ähneln) mischen im Auftrag eines fiesen Killers einen Flüchtenden auf und kippen ihn wegen Nichterhalt eines Paket(scheins) für ein Drogenpaket über die Brüstung. Nicht so konstruktiv würde ich sagen. Zwei Dinge wirken in der Folge nicht eben de-eskalierend: die Mädels haben die Tür aufgemacht und gelten nun als Zeugen – und noch verstörender – als das eigentliche Ziel des Flüchtenden. Und der Killer wird gespielt von Chuck Connors. Zeit, wirklich mal Angst zu haben.
In der Folge ist Chucky dann auch verstärkt hinter den Lehrerinnen her, lauert ihnen auf und Celeste kriegt diverse Blessuren ab. Da Chuck aber auch in Kliniken (und vermutlich auch in Telefonzellen, Kindergärten und Konditoreien) meuchelt, wird die Rekonvaleszenz nicht eben leichter und als er bei der Entlassung im Parkhaus die schon zerrüttete Celeste mit dem Wagen attackiert (die sowieso nicht hinter das Steuer dürfte), legt diese einen ordentlichen Schrei-Stunt hin und löst einfach mal die Handbremse bei gleichzeitigem Durchtreten des Gaspedals. Am Ende ist der Wagen hin, Celeste tot und Linda sitzt im Rollstuhl. Und Chuck lässt nicht locker.
Nachdem die Polizei wie üblich nicht die Kapazitäten hat, auf die Holde aufzupassen, wird Martin Balsam als Ex-Cop-and-now-Privat-Eye engagiert, der Linda in einem Strandhaus in Sicherheit bringt.
Man merkt schon, das ist alles sehr Standard (Victim vs. Polizei), durchaus actionbetont (für 73 Minuten) und mündet schließlich – wie sollte es auch anders sein – in eine Art Showdown-Sparversion von „Warte, bis es dunkel ist“, bei der Donna Mills sich immobil im Dunkeln gegen den Meuchler zur Wehr setzen muss, nachdem sie sogar bei dem netten Martin ständig quer geschossen hat und mit ihrem Schicksal haderte. Was müht sie sich auch nicht, mal wieder die Beine zu bewegen - offenbar könnte sie es theoretisch.
Für mich stabiler Durchschnitt, einige Szenen haben Drive, der Plot ist so mittelmäßig und ein paar Sachen sind schon echt schräg (vor allem die Parkhaus-Sequenz). Immerhin, Agnes Moorhead gibt noch einen wunderbar knorrigen Scenestealer als Physiotherapeutin ab. Kann man gut mal via Youtube wegsnacken, wo viele der ABC-Filme ein neues (und manchmal sogar visuell präzises) Zuhause gefunden haben. Macht aber sonst den Kohl nicht fett.(5/10)