Zwei Pärchen auf der Durchreise besprechen in einem Schnellimbiss in einer ländlichen Gegend der USA ihre weitere Vorgehensweise - eigentlich wollen sie zu einem speziellen Krankenhaus in L.A., um dort Hollys Drogensucht behandeln zu lassen, weswegen ihr Bruder Luke, Besitzer des Autos, mit dem die Vier unterwegs sind, dieses auch zur Verfügung gestellt hat. Doch das andere Pärchen, der Afroamerikaner Max und seine blonde Freundin, scheinen andere Pläne zu haben. Einig ist sich das Kleeblatt jedoch darin, wie sie den Trip finanzieren: durch Überfälle auf Restaurants und Tankstellen - und so erleichtern sie auch hier in bekannter Pulp-Fiction-Manier nach dem Essen die Registrierkasse der Junk-Food-Bude um einige Scheinchen, bevor sie mit quietschenden Reifen abhauen.
Die Kassakraft schickt ihnen allerdings noch eine Gewehrkugel hinterher, die dummerweise den Kühler trifft, was das räuberische Quartett schon bald zu einer Pause zwingt. In unmittelbarer Nähe entdecken sie ein Haus, wo sie Wasser besorgen wollen - doch es scheint niemand zuhause zu sein. Holly entdeckt im Obergeschoß ein Zimmer mit einem auf den Boden gemalten Pentagramm, in dessen Mitte ein Mann schläft. Dieser erwacht sogleich und wechselt ein paar unverfängliche Sätze mit der benebelten Holly, doch als diese arglos in das Pentagramm tritt, packt er sie, hält sie fest und fängt an, seltsame Beschwörungsformeln zu rezitieren.
Die drei anderen sind schnell zur Stelle, doch selbst Max´ Revolver kann den geheimnisvollen Mann nicht davon überzeugen, Holly loszulassen. Schließlich fängt der Boden zu zittern an, ein schrecklicher(?) Geist erscheint und tötet den Mann, der daraufhin verschwunden ist. Nun stehen jedoch alle vier Kleingangster im Pentagramm, haben ein stempelartiges Mal am Arm und können den Kreis nicht mehr verlassen - denn sobald sie über dessen Markierungen treten wollen, fängt der Boden zu zittern an...
Hinter dem markigen Titel Pentagram verbirgt sich eine britische No-Budget-Produktion, in der Regisseur Steve Lawson nach einer kurzen Vorgeschichte vier junge Leute in ein Pentagramm zwingt, aus dem sie nur dann herauskommen, wenn sie einen der Ihrigen opfern. Auf diese "Lösung" kommen die beiden Pärchen zwar erst nach einigem Kombinieren, dann aber setzen bei den Protagonisten gewisse Überlegungen ein, wie das Ziel zu erreichen sein könnte. Leider krankt der Streifen von Anfang an an einer völlig unzulänglichen Umsetzung seiner fiktionalen Falle, übersieht dabei das Naheliegendste und animiert das Publikum spätestens mit dem Auftauchen des hundsmiserabel schlecht animierten Geists entweder zu einem Lachanfall oder zum sofortigen Abdrehen.
Dabei wäre die Grundidee "gefangen im Pentagramm" nicht einmal so schlecht, hätte sie wenigstens eine halbwegs authentische Grundlage - die jedoch geht der Story ab: das Kleeblatt darf jenes Pentagramm nicht verlassen, sonst erscheint der Teufel Asmodeus, welcher sich durch Zittern des Bodens ankündigt. Doch der weiße Kreis am Boden eines nicht einmal abgedunkelten Raums im Obergeschoß (statt im Keller) wirkt schon nicht sehr furchteinflößend, zumal er mit 5 weißen (statt den üblichen schwarzen) Kerzen begrenzt wird. Als eine davon ausgeht, beginnt der Boden bedrohlich zu wackeln, bis man drauf kommt, daß der blonde Junkie ein Teelicht dabei hat (welches übrigens länger als eine wesentlich größere und dickere Kerze zuvor brennt - wtf?). Immerhin hört das Bodenzittern augenblicklich wieder auf. Daß man eine größere Kerze halbieren und daraus zwei Lichter machen könnte ist den Proponenten, die alle Anfang Dreißig sind, nicht bekannt.
Experimentierfreudig sind sie auch nicht, immerhin könnte man ja versuchen, gleichzeitig den Kreis zu verlassen, wer weiß, vielleicht schafft es ja einer (oder alle) doch bis zum Ausgang? Daneben scheinen die Vier weder Hunger noch Durst zu kennen, und aufs Klo muss ohnehin keiner von ihnen, weswegen man sichs dann auch für die kommende Nacht am Boden bequem macht. Das alles wirkt völlig unglaubwürdig und irreal, von der von hinten(!) den Kühler treffenden Gewehrkugel zu Beginn einmal gar nicht zu reden.
Warum dieser unausgegorene Käse, für den Netflix nicht einmal eine deutsche Synchro spendiert hat, doch noch einen zweiten Punkt bekommt, ist der Umstand, daß Pentagram immerhin konsequent bei den unzureichenden Eckpunkten seiner Story bleibt und diese - in Form von (heimlichen) Dialogen und Gedankenspielen - wenigstens bis zum Ende erzählt. Dennoch alles andere als eine Empfehlung: 2 Punkte.