Der Film wurde von Sidney Bernstein 1945 produziert und Alfred Hitchcock war an diesem Projekt als Treatment Advisor beteiligt. Der Film war dazu gedacht vor allem den Deutschen, aber auch dem Rest der Welt, das Grauen der Konzentrationslager nahezubringen. Als sich die politische Lage änderte, wurde die Arbeit an dem Film eingestellt und er wurde für fast 70 Jahre nicht vollendet. 2014 wurde der Film vom Imperial War Museum fertiggestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
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Der Film beginnt mit der Befreiung des KZ Bergen-Belsen und dokumentiert den Schrecken und Horror, den die britischen Truppen dort vorfinden. Danach dokumentieren amerikanische und sowjetische Aufnahmen den Schrecken, den sie hinter den Zäunen weiterer Lager vorfinden. Auch die Konfrontation der Bevölkerung der umliegenden Städte und Dörfer mit dem Horror der KZs wird gezeigt.
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Filmhistorisch ist Sidney Bernstein's Film vom Beginn bis zur Fertigstellung des Projekts schon interessant. Dem Film liegt ein knapp 80-seitiges Buch bei, das sich mit der Entstehungsgeschichte des Werkes befasst. Außerdem gibt es unter dem Titel "Night will fall" einen Dokumentarfilm zu diesem Thema.
Der Film selbst lässt sich schwer in Worte fassen. Es ist ein schockierendes, schwer anzusehendes Zeitdokument. Nichts ist beschönigt. Die Kamera blendet nicht ab und zeigt uns das Grauen. Der Film zeigt den Horror der Lager in all seinen Einzelheiten. Das Gezeigte ist nur schwer zu ertragen und man möchte am liebsten wegschauen. Doch das gezeigte ist es wichtig! Es ist ein Mahnmal gegen Gewalt und Tyrannei. Er gedenkt der Opfer, die manch einer heute gerne leugnen will. Er zeigt die Reaktion der Bevölkerung, die sich das Entsetzen vor Ort ansehen musste. Und doch ist es keine Anklage. Der Film ist nüchtern, dokumentiert die Fakten und mahnt das Geschehe nicht zu vergessen, um eine bessere Welt zu schaffen.
Sidney Bernstein's Film ist ein einzigartiges, grauenvolles Zeitdokument über ein Kapitel der Geschichte, das man nicht vergessen darf.
10/10 Punkten