Review

Beim Titel der von Paul Feig inszenierten RomCom hat man wohl unweigerlich den sich saisonal in Dauerrotation befindlichen Song von Wham! im Ohr. Und tatsächlich spielt das Stück erzählerisch irgendwie eine Rolle in der Geschichte, die sich um die unstete Kate dreht. Sie arbeitet mit einer wenig besinnlichen Einstellung in einem Weihnachtsladen, mit der Familie liegt sie im Clinch, ihre Ernährungs- und Wohnungssituation ist fragwürdig. Und wie es das filmische Gesetz will, tritt mit Tom ein Herr in Kates Leben, der auf dieses einen positiven Einfluss nehmen will.

Über weite Strecken gibt sich die von Emma Thompson ausformulierte Idee zu „Last Christmas“ den gewohnten erzählerischen Mechanismen des Genres „romantische Komödie mit mehr oder weniger schrulligen Figuren rund um Weihnachten“ hin, macht dies aber immerhin mit gut platziertem Humor und kann ein lebendig aufspielendes Ensemble für sich verbuchen. Mit Emilia Clarke, Michelle Yeoh, Emma Thompson und Henry Golding hat man fähiges Personal am Start und trotz Paul Feig auf dem Regiestuhl wird es Dank des gut durchgetakteten Skripts von Thompson nicht zu zotig. Die Balance aus Witz und Gefühl ist meist vorhanden und wenn „Last Christmas“ seinen (vielleicht schon früh vermuteten) Twist ausspielt, dann kann einem je nach Befindlichkeit durchaus was ins Auge geraten. Denn inszeniert ist der Streifen durchaus solide, gerade für dieses mit Fließbandarbeit überschwemmte Subgenre, wenn er auch dramaturgisch mit seinen Nebenfiguren recht lose umgeht. Die Penner sind natürlich alles liebe Gesellen, wirklich Falten wirft der Streifen nie, das würde ja auch nur die Stimmung ruinieren. 

Und die ist schon durch das weihnachtlich beleuchtete London nicht abwesend. Dazu gesellt sich mancher Kitsch, der mit der Saison aber harmoniert – vorausgesetzt, man ist in der entsprechenden Stimmung. Ich kann jeden verstehen, der hier mit den Augen rollt, „Last Christmas“ steht und fällt zu einem nicht geringen Teil mit der eigenen Gemütslage. Da schluckt man manches Konstrukt hier eben leichter oder nicht. Auf der Tonspur findet sich erwartungsgemäß der titelgebende Song und generell viel mit George Michaels Beteiligung, was aber hier durchaus passt. 

„Look up.“

Ein paar glattgebügelte Seiten, um die angepeilte Stimmung nicht zu ruinieren, finden sich im Skript von „Last Christmas“ durchaus. Das mag konstruiert wirken, dennoch liefert Paul Feig mit der weihnachtlichen RomCom im ebensolchen London einen für mich gelungenen Vertreter dieses Subgenres. Dank des charmant spielenden Ensembles funktioniert die mit Kitsch, Witz und Rührung angereicherte Erzählung, sodass man sich diese durchaus mal geben kann, wenn das Verlangen nach sowas verspürt. 

Details
Ähnliche Filme