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Der arrivierte Ganster Rex (Bruce Willis) hat für einen Auftraggeber eine Truppe von Spezialisten angeheuert, die eine Bank in Cincinnati, Ohio überfallen sollen: In einem bestimmten Bankschließfach befindet sich eine Blechschatulle mit wertvollem Inhalt. Die als "Beste ihres Fachs" vorgestellten Teammitglieder ("härteste Jungs", "bester Hacker" etc.) schreiten alsbald zur Tat, werden jedoch von einem vorzeitig ausgelösten Alarm völlig aus dem Konzept gebracht und müssen Hals über Kopf fliehen: Der Überfall - als solcher inklusive Beute erfolgreich - endet in einer wilden Schießerei mit den Cops. Teamleader Frank (Michael Chiklis) und sein Bruder können durch einen Seitenausgang verschwinden, doch plötzlich wird der glatzköpfige Dicke von hinten niedergeschlagen. Als er die titelgebenden 10 Minuten später erwacht, liegt sein Bruder erschossen neben ihm. Frank ist verwirrt und kann sich nicht erklären was geschehen ist - während er die anderen, versprengten Teammitglieder zu erreichen versucht, beschließt sein Boss Rex, alle Spuren des verpatzten Überfalls zu beseitigen und schickt seine Liquidatorin los...

Wenn einstige Mega-Stars in die Jahre kommen, muss man bei der Qualität ihrer Filme manchmal deutliche Abstriche hinnehmen - dies gilt auch für Bruce Willis, dessen Konterfei großspurig auf dem Cover die Werbetrommel rührt für eine allerdings nur etwa 10 Minuten Screentime währende Nebenrolle. Dass er in dieser Rolle im Stile eines Grandseigneurs nur schwafelnd auftritt und sich überdies kaum bewegen muß, spricht ebenso Bände wie der kolportierte Umstand, daß sein Dreh an einem Nachmittag abgeschlossen wurde und zwar genau in jener Hotelsuite, in der er für die Dreharbeiten gerade logierte...  

Die Hauptrolle in diesem Heist-Movie spielt Chiklis, der sich mit den eben noch Verbündeten "unterhalten" will und sich dabei - in wenigstens flottem Tempo - in finsteren Gegenden mit noch finstereren Gesellen herumprügeln muß. Während sich der stämmige Frank zumindest bemüht, seiner Rolle als Rachegetriebener gerecht zu werden, sind nahezu alle anderen Akteure vollkommen talentlose Abziehbilder, über deren schauspielerisches Unvermögen man nur noch den Kopf schütteln kann. Besonders schlimm sind die beiden mitspielenden Damen, beide das Ergebnis ausufernder plastischer Chirurgie, wobei Meadow Williams in ihrer Rolle als Claire, Freundin des erschossenen Bruders, so derartig gebotoxt wirkt, daß sie keiner Mimik mehr fähig ist: ihre wenigen Lines leiert sie völlig ausdruckslos herunter, soweit dies die aufgespritzten Lippen eben zulassen. Angesichts dessen erübrigen sich bei dieser billigen direct-to-DVD-Produktion weitere Fragen...

Billig ist übrigens auch das Setting, für den Überfall wurde offenbar ein verlassener Tresorraum einer ehemaligen Bank gewählt, denn derart schmutzige, angerostete Bankschließfächer habe ich noch nie gesehen, von der aus einem kleinen PC bestehenden Bank-Hochsicherheitsanlage wollen wir erst gar nicht sprechen. Die anschließende planlose Ballerei vor der Bank (vermutlich mit danebenschieß-Garantie, da trotz automatischen Waffen kaum wer getroffen wird) zeugt übrigens vielmehr von jugendlichen Hitzköpfen statt der "Besten ihres Fachs", soviel dazu. Später spielt der Film angeblich an einem Bahnhof, an dem es keinen einzigen Zug zu sehen gibt; die Passagiere gehen über enge Treppenhäuser (wtf?) zu den Gleisen und die "Bahnhofshalle" sieht mit ihren Autos, Verkehrsschildern und Rollcontainern verdächtig nach einer Parkgarage aus - vielleicht jener Hotelgarage, in der Meister Willis gerade logierte. Über das sinnlos blöde Ende des Films ("Oooh, du trägst eine schußsichere Weste?") muß man nicht mehr weiter nachdenken - 10 Minutes Gone ist auch plottechnisch mehr oder weniger Zeitverschwendung.
Die beiden Bewertungspunkte gebühren alleine Michael Chiklis, der trotz drehbuchverordnetem übermäßigem Erklärbär-Gequatsche wenigstens nicht unsympathisch rüberkommt, aber das ist auch schon alles, was dieser unterdurchschnittliche Actioner auf der Habenseite verbuchen kann. 2 Punkte.

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