Review

kurz angerissen*

Wie schon „Shaun das Schaf – Der Film“ ist auch die Fortsetzung „Ufo-Alarm“ wieder ein Abenteuer, das von nichtsprachlicher Kommunikation angetrieben wird... und immer gerade dann vergnüglich wird, wenn diese fehlschlägt. Verdutzte Gesichtsausdrücke bei der Beobachtung solcher Fehlschläge machen dann den typischen Aardman-Charme aus, der stets die Niedlichkeit von Spießertum und Einfältigkeit zu betonen scheint.

Diesmal wird allerdings„außerhalb des Sprachspiels“ gedacht, der Alien-Thematik zum Dank. Wo beim ersten Mal aus dem sozialen Mikrokosmos „Bauernhof“ heraus ein Stadtabenteuer mit spontanem Selbstantrieb entstand, da geht es diesmal darum, Außenstehende in die Gepflogenheiten des Landes einzuweihen – und weil ein Städter für einen solchen Plot bei weitem nicht exotisch genug ist, kommt der Besuch eben von den Sternen und bringt gleich noch ein paar hübsche Metallic-Farben mit.

Weil das Alien – eine Art bunter Hund mit Gefieder und Graf-Dracula-Gangart – aber auch am Ende nur eine klassische Aardman-Kreatur ist, bleibt relativ wenig Konfliktpotenzial. Zu Anfang entstehen ein paar nette Verwirrungen, doch recht schnell ist das lernbegierige Wesen mit der Schafherde auf einer Wellenlänge und treibt in seliger Harmonie von einer harmlosen Situation in die nächste. Das ist putzig anzusehen, für Zuschauer jenseits des Grundschulalters auf Dauer aber eine Geduldsprobe, die mit dem unpassenden Chart-Pop (federführend: Kylie Minogue) noch verschärft wird.

Immerhin werden mit der Verknüpfung von Raumschiffen und Bauernhöfen alte Science-Fiction-Klischees gepflegt und in diverse Zitate gegossen, an denen man sich ein wenig festklammern darf. Unter dem Strich ist es aber so wie bei den meisten Fortsetzungen: Wo das Universum expandiert, droht es sich in Belanglosigkeit zu verlieren.



*weitere Informationen: siehe Profil

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