Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 02.03.2014

Ob man Sam Raimis ersten Beitrag zum Superheldengenre als Trockenübung für „Spider-Man“ bezeichnen kann, ist schwer zu sagen; vielleicht könnte man dem zustimmen, denn ähnlich wie „Spider-Man“ wird „Darkman“ eher von den Mechanismen seines Genres zur Entstehungszeit gelenkt als von der Hand des Leitenden, obwohl Raimi darum bemüht ist, einige seiner Trademarks (sei es in Form von wilden Kamerafahrten oder von Bruce Campbell-Cameos) einzubauen. Dabei ist der Film bei weitem nicht so hart wie seine Spitzen: Ungeachtet einiger brutaler Einlagen und des entstellten, nach Frankenstein-Prinzipien agierenden Titelhelden grüßen die 90er schon recht früh mit ihrem milden Grundton. Der von Liam Neeson verkörperte Darkman hat zwar mit filmisch interessant umsetzbaren Problemen zu kämpfen; die nur für einen begrenzten Zeitraum stabile künstliche Haut etwa böte gute Gelegenheiten für manch spannende Sequenz. Allerdings werden weder die Figur noch ihre Probleme jemals richtig greifbar, so dass beispielsweise die hochkarätige Frances McDormand in einer Nebenrolle geradewegs verschenkt wird. Letztlich nur ein solider Unterhaltungsfilm, dessen größte Stärke wahrscheinlich die Inszenierung der finalen Hochhausgeländersequenz ist.

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