„Paradies in Flammen“ ist ein ganz netter Streifen aus Australien, das ja nicht unbedingt ein großes Filmland ist.
Midori (Youki Kudoh) ist an der Seite ihres Ehemannes Yukio (Kenji Isomura) unglücklich, den sie geheiratet hat, ohne ihn zu lieben. So flieht sie vor ihm, schwindelt sogar eine Entführung vor, was jedoch sehr schnell von der Polizei als Trick entlarvt wird. Ihr Ehemann verliert dadurch sein Gesicht und ist bis auf die Knochen blamiert. Bereits zu Beginn zeichnet sich „Paradies in Flammen“ durch eine gelungene Bildsprache aus.
Derweil wird Colin O’Brien (Russell Crowe) von einem afghanischen Gangster und seinen drei Söhnen als Fluchtwagenfahrer bei einem Banküberfall angeheuert. Doch der Überfall, den die drei Söhne durchführen, läuft schief. Sohn Nr. 1 wird mit einer Trennwand an die Decke gequetscht, woraufhin die beiden anderen flüchten und die zufällig anwesende Midori als Geisel nehmen. Der Humor des Films ist teilweise schon ziemlich schräg; die Szene mit der Trennwand mutet schon Tarantino-mäßig an.
Die beiden Gangster wollen Midori töten, doch Colin schreitet ein, erschießt einen von ihnen und verletzt den anderen. Gemeinsam starten die beiden zu einer Tour durch Australien und überfallen ebenfalls Banken, jedoch auf schlauere Weise. Doch die beiden werden von vielen Leuten gejagt: Von der Polizei, von Midoris vor Zorn wahnsinnigem Ehemann und dem verbliebenen Gangster nebst Papi, der auch ausgebildeter Folterknecht ist...
„Paradies in Flammen“ ist ein sehr wilder, aber dennoch ganz netter Mix aus verschiedenen Genres. Die Story mutet zwar wie ein etwas episodenhaftes Roadmovie an, doch die Spannung erreicht ein durchaus solides Niveau. Das Ende ist sehr überraschend und ungewohnt. Zudem ist das Tempo relativ hoch und Regisseur Craig Lahiff überzeugt mit einer sehr speziellen, teilweise poetischen Bildsprache, die optisch sehr gut rüberkommt.
Dabei hat der Film mehrere Seiten, die verschiedene Stärken und Schwächen ausmachen. Zum einen mutet er wie ein Tarantino-Steifen an, was vor allem in den humorigen Szenen zur Geltung kommt. So sind die Gags auch an einigen Stellen blutig-grotesk, leider stellenweise etwas unpassend. Vor allem Midoris Ehemann, dessen Weg von Leichen gepflastert wird, ist teilweise zu blutrünstig dargestellt und gegen Ende des Films sind seine Ausraster immer weniger witzig.
Die Beziehung der beiden recht unterschiedlichen Hauptfiguren wird auf „Bonnie und Clyde“-artige Weise stilisiert und ist auch recht romantisch und stimmig. Doch leider können die beiden Darsteller den Plot dieses Roadmovies nicht immer tragen, so dass die eher wirre Dramaturgie dann auch an einigen Stellen recht deutlich ins Auge fällt. Vor allem kurz vor dem dramatischen Finale lässt „Paradies in Flammen“ stark nach, weshalb auch der genau hier vorkommende Tötungstrip des Ehemannes so unnötig wirkt. So als wolle man die Zeit bis zum Finale noch schnell mit ein paar Toten füllen.
Russell Crowe spielt seine Rolle alles in allem recht überzeugend, auch wenn er bei weitem nicht so gut ist wie später in „L.A. Confidential“ oder „Gladiator“. Youki Kudoh bildet einen ebenfalls überzeugenden Gegenpart, so dass die Chemie zwischen den beiden auf der Leinwand stimmt. Die restlichen Darsteller machen ihre Sache auch ziemlich gut.
Unterm Strich ist „Paradies in Flammen“ ein ganz nettes, kleines Roadmovie, bei dem leider ein paar grobe Schnitzer in der Dramaturgie Langeweile aufkommen lassen, vor allem kurz vor dem Finale.