Review

Mmmmmmmmmh... ?!


Als man für das Segment M der zweiten „ABCs of Death“-Kollektion weltweit einfache Leute, unbekannte Filmemacher und Anfänger Kurzfilme einreichen ließ, konnte es aus über 500 (!) Einreichungen nur einen geben... Das hier ist eine Art Best of the Rest. Also alles rund dreiminütige Minifilme rund um ein Schlagwort mit M. Und die Auswahl ist international, leidenschaftlich, düster, brutal, ungeschliffen und nicht selten krass. Immer auch kreativ und mit viel Amateurcharme. Wirklich professionell und ausproduziert wirkt hier wenig. Aber das macht diesen Zwischenschritt auch besonders und hebt ihn von seinen zwei großen Brüdern etwas ab, wirkt oft schmuddeliger und böser. Wie ungemütliche Ausschussware. 

M is for MAGNETIC TAPE
8/10
Starker Start mit einem VHS-Superhelden - sympathisch, trashig, (positiv) dilettantisch, splattrig, mit Leidenschaft und klar einer „von uns“. Eine explosive Ode an ein aussterbendes Zeitalter der Videotheken. In Richtung von „Kung Fury“. Fein. Hat mir ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. 

M is for MAIEUSIOPHOBIA
6/10
Sicke, schmutzige Stop Motion, bei der vor allem das Thema böse ist: die Angst ein Kind zu kriegen! 

M is for MAILBOX
7,5/10
Toller Twist auf den Vampirmythos, bei dem die Familie Van Helsing Besuch von alten Bekannten (oder deren Abkommen) bekommt. Fetzig. 

M is for MAKE BELIEVE
7/10
Wieder ziemlich schäbig, eitrig, böse, fies: zwei Kinder finden einen schwer verletzten Mann im Wald auf dem Boden liegen und versuchen ihn mit ihrem „Feenstaub“ zu heilen. Was auch überraschenderweise gelingt... Eine der vielen Episoden, die eher auf den Ekel- und Aua-Faktor setzt. Aber effektiv. Und mit richtig schwarzer Seele inkl. Augenzwinkern. 

M is for MALNUTRITION
5/10
Ein recht simpler Ausflug in Zombieregionen, mit einem kleinen, gemeinen Twist am Ende. Zusammenarbeit ist halt immer vorzuziehen... Schnell vergessen. Einfach. Zu einfach. 

M is for MANURE
7/10
Eine Beschützerin aus Matsch, Tod und Düngemittel - interessanter Turn auf das Monstergenre. Düster und dreckig. Wie fast alles in dieser Kollektion. 

M is for MARAUDER
8,5/10
Einer meiner Favoriten - „Mad Max“ in schwarz-weiß, amateurhaft und auf Dreirädern. „Turbo Kid“ lässt grüßen. Richtig lässig. So simpel, so toll. 

M is for MARIACHI
5/10
Eine Bande Mariachis räumt auf einem Deathmetal-Konzert mal richtig auf. Culture Clash, lustiger Kontrast. Aber im Endeffekt doch nichts Besonderes und auch nicht ausufernd, blutig genug. Ein wenig „Blade“-artig. 

M is for MARRIAGE
6,5/10
Ein Ausflug in Bodyhorrorregionen zwischen „Scanners“ und „The Brood“ mit leicht psychologischen Untertönen. Hass nimmt körperliche Formen an. Flatsch!

M is for MARTYR
6,5/10
Leicht philosophisch. Ein unsterblicher, angeketteter und immer wieder auferstehender Martyrer, der von etlichen Leuten misshandelt und bestialisch ermordet wird. Wohl der gehaltvollste Beitrag der Sammlung. Wenn auch zahm in der Goreabteilung. 

M is for MATADOR
6/10
Stierkampfarena trifft Torture Porn - kurzweilig aber blass. 

M is for MEAT
4,5/10
Wieder Stop Motion, diesmal gibt’s fleischliche Gelüste... Kurzer Gag, in Ordnung, aktuelles Thema. Aber eher ein kleiner Snack oder Teaser als ausgewachsener Kurzfilm. 

M is for MERMAID
6,5/10
Zwei Kumpels ziehen beim Angeln eine Meerjungfrau an Land - Liebe oder Teller?! Bros before Flossenhoes könnte man sagen. Kreativ und ein wenig mies. 

M is for MERRY CHRISTMAS
4/10
Der Krampus in einer Sinnkrise. Kann ein dreiminütiger Kurzfilm geschwätzig sein?! Jap. Und auch nicht so funny wie er meint zu sein. Das muss bei „Deathcember“ besser werden. 

M is for MESS
7/10
Der Bauchnabel-Arschloch-Mann!!! Nuff said. Einer der ekligsten Beiträge, ohne Zweifel. Bleibt im Gedächtnis. Aber will man das?! 
M is for MESSIAH 6/10Ein unheilvolles Opfer. Voodoo mal anders. Lustige Masken. Apokalypse to go. Aber irgendwie hatte ich den fast vergessen... 

M is for MIND MELD
7/10
Das ultimative VR-Erlebnis in Sachen Torture Porn?! Explizit, kreativ, masochistisch und aua. 

M is for MIRACLE
6/10
Eine Box der Wunder und Wünsche - sehr sehr böse. Aber simpel und nur angedacht. 

M is for MOBILE
6,5/10
Zahmer, zahnloser Torture Porn, bissiger Twist - gelungen, hätte aber noch besser und böser und blutiger sein dürfen. 

M is for MOM
6/10
It’s hard out here for a Zombieboy - etwas traurig, etwas süß, ziemlich bitter. Nett. Und nicht nett. 

M is for MOONSTRUCK
5,5/10
Toll animiert bzw. gebastelt, getrickst, geschoben. Optisch dadurch wahrscheinlich das süßeste Segment. Inhaltlich allerdings nichtmal mehr Standardware. 

M is for MORMON MISSIONAIRIES
7/10
Mormonen-Klinkenputzern geht’s an den Kragen - wieder inklusive ziemlich schwarzer Kurve... I like! 

M is for MOTHER
6/10
Effektiver Spinnenterror - zu kurz. Aber bis dahin ist richtig schön eklig und gruselig. Erst recht wenn man etwas gegen die krabbelnden Vielaugen hat. Dann wohl sogar der absolute Alptraum. 

M is for MUFF
6,5/10
Ein Strip mit bösen Auswirkungen... Sexy nicht. Lustig ja. Watch the Ventila... Noooo! :D

M is for MUNGING
6/10
Der einsame Ekelhöhepunkt. Unnötig, fies, pfui. Warum?! „Nekromantik“ lässt grüßen, war aber sehr mild und „trocken“ dagegen... 

M is for MUTANT
7/10
Monströse Fledermäuse entweichen aus den Mündern der Menschen, ein beflügelter Virus sozusagen... Ein recht episches Finale. Zumindest im Gegensatz zum Rest. Actionreich, voller Elvis-Zitate und an einem Stück. Nice. 

Fazit: besser und böser als der richtige zweite Teil?! Teilweise. Vor allem schmutziger und roher, unperfekter und leidenschaftlicher. Auf jeden Fall ein feines Sammelsurium bunt-schwarzer (Amateur-)Alpträume und eine ideale Verkürzung auf die (hoffentlich bald mal erscheinende) dritte Auflage des Horror-Alphabetes! 

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