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Die antikommunistische Paranoia in den Fünfzigern führte zu einigen Invasorenfilmen, obgleich Regisseur Don Siegel laut eigener Aussage nur unterhalten und nicht den moralischen Zeigefinger erheben wollte. Dies gelingt ihm mit simplen Mitteln, indem er die Invasoren eben nicht als Bestien darstellt, sondern als Menschenhülsen ohne Emotionen, als Doppelgänger, denen man rein äußerlich rein gar nichts ansieht.

Die Rahmenhandlung funktioniert wie ein ausladender Rückblick, als Dr. Peter Bennell völlig aufgelöst in der Notaufnahme eines Hospitals landet und den Anwesenden von den Ereignissen der vergangenen Tage berichtet. In Santa Mira werden Menschen durch Außerirdische ersetzt, sobald diese schlafen. Gemeinsam mit Love Interest Mary müssen sie eine Flucht gegen sämtliche Einwohner der Stadt antreten…

Wenn man mit der Geschichte rein gar nicht vertraut ist, funktioniert diese besonders zu Beginn recht gut, da nicht gleich klar wird, warum der Junge Jimmy Angst vor seiner Mutter hat oder Wilma behauptet, ihr Onkel sei nicht ihr Onkel. Ein Psychologe vermutet gar eine Massen-Neurose, bis Peter den reifenden Körper eines Freundes entdeckt.
Die Vorstellung, einem vertrauten Menschen mit derselben Hülle jedoch ohne Emotionen zu begegnen, führt zwangsläufig zu wachsendem Unbehagen, zumal die Einwohner von Santa Mira reihum verwandelt werden und Peter niemandem mehr trauen kann.

Ein wenig amüsant sind am Rande zwar die Körper unter blubbernden Seifenblasen oder der Transport von Riesenbohnen (eine Art Kokon), als auch die Wortwahl bei einigen Dialogen zum Schmunzeln anregt, doch die Erzählung hält sich nicht allzu häufig mit Nebensächlichkeiten auf, sondern trabt munter und straff inszeniert seinen Inhalt voran.

Darstellerisch wird zwar nur Mittelmaß geboten, da man budgetbedingt auf weitgehend unbekannte Gesichter setzen musste, doch die Figurenzeichnungen gehen in Ordnung und auch der zuweilen polternde Score schürt Suspense und unterstützt die unheilvolle Atmosphäre. Ferner transportiert die grundsolide Kamera die zunehmende Bedrohung recht gut, was besonders bei der Flucht vor der Menschenmasse zur Geltung kommt.

Seinerzeit erntete Siegels Streifen kaum positive Kritik, - heute gilt er als Meilenstein des Genres, der zahlreiche Regisseure und Autoren beeinflusste und dessen literarische Vorlage von Jack Finney einige Neuverfilmungen nach sich zog.
Ein kurzweiliger und spannender Streifen, dem es mit einfachen Mitteln gelingt, Suspense und eine unheilvolle Atmosphäre zu schüren, - tatsächlich ein kleiner Klassiker.
8 von 10

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