David Hedison spielt einen Wissenschaftler, der eine Maschine kreiert, mit der er Materie an einen anderen Ort transferieren kann. Beim Selbstversuch kommt es zur Katastrophe: Er transferiert sich selbst, übersieht jedoch eine Fliege, die sich ebenfalls in der Maschine befindet, woraufhin sich die Atome der beiden Lebewesen vermischen. Halb Fliege, halb Mensch ist seine Frau, gespielt von Patricia Owens, seine letzte Hoffnung, die Fliege wieder zu finden und seine Atome wieder zu entwirren.
"Die Fliege" hat mittlerweile ein stattliches Alter von über 50 Jahren erreicht, was man dem Film an seinen relativ begrenzten inszenatorischen Mitteln, sowie an den schlechten Effekten auch ansieht, so ist David Cronenbergs Remake von 1986 definitiv der technisch bessere Film. Dennoch ist das Original besser als sein Remake, vor allem wegen der Art und Weise, wie die Handlung verschachtelt wird und die Neugier des Zuschauers, die Ungewissheit immer weiter ausgereizt wird.
Der Film beginnt wie ein Krimi: Die Frau des Wissenschaftlers ruft die Polizei an und behauptet, ihren Mann ermordet zu haben. In einer Rückblende wird dann schließlich die Geschichte erzählt, wie es dazu kam und was es mit der Fliege mit dem weißen Gesicht auf sich hat. Dabei fokussiert der Film eher die Frage, ob die Witwe, die mit ihrem verstorbenen Mann ein Kind hat, nun zum Tode verurteilt wird, obwohl sie eigentlich keine Schuld trifft, während sich Cronenberg bei seiner Version der Geschichte beinahe ausschließlich auf Ekel-Effekte beschränkte. Die psychologischen Aspekte sind aber auch beim Original nicht so tiefsinnig wie sein könnten, treten aber in den Hintergrund, da der Film permanent Spannung aufbaut, vor allem indem er den Zuschauer bis zuletzt im Ungewissen darüber lässt, was eigentlich passiert ist und immer nur so viel preisgibt, wie es unbedingt sein muss, um die Spannung voranzutreiben. Themen wie die Beziehung der Frau zu ihrem Mann, sowie die wissenschaftliche Ethik des Erfinders werden dabei zumindest tangiert.
Gerade diese Ungewissheit ist es, die eine düstere Atmosphäre erzeugt, obwohl Musik- und Ton-Effekte hoffnungslos veraltet sind. Regisseur Kurt Neumann schöpft die filmischen Mittel der damaligen Zeit aber ansonsten hervorragend aus und erzeugt allein mit der überaus geschickt gewählten Erzählweise mehr Spannung als Cronenberg mit seinen Ekel- und Ton-Effekten. Schockmomente sind enorm rar, die die verwendet werden, sind dafür aber umso effektiver, wie etwa die Szene, in der die Hauptfigur ihrem Mann schließlich das Tuch von seinem Kopf zieht, oder die Szene, in der schließlich Hilferufe der Fliege zu hören sind. Hinzu kommt noch ein bisschen Psycho-Horror, der ebenfalls relativ effektiv ist, sowie die finstere Kulisse des Labors und damit überzeugt der Film unterm Strich voll und ganz, auch wenn das Geschehen mitunter etwas naiv wirkt und die Maske angesichts des Alters höchstens noch nostalgischen Wert hat.
Der Cast ist solide. Patricia Owens spielt, wie in den 50ern relativ üblich, oftmals sehr theatralisch, vor allem in Momenten der Hysterie, sowie in den emotionalen Momenten, in denen sie um das Leben ihres Mannes fürchtet, passt aber mit ihrer sympathischen Art in ihre Rolle, die sie alles in allem souverän meistert. Vincent Price und Marshall spielen ihre Nebenrollen grundsolide und auch David Hedison lässt keinen Grund zur Beschwerde.
Fazit:
"Die Fliege" mag keine vielschichtige Story haben und aus dem heutigen Blickwinkel temporär etwas naiv daherkommen, ist aber dennoch nach wie vor ein überaus sehenswerter Horrorfilm. Mit der geschickt verschachtelten Erzählweise und der dichten Atmosphäre ist der Film beklemmend und spannend und damit besser als sein Remake von 1986.
77%