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Der renommierter Wissenschaftler André Delambre erfindet heimlich in seinem Laboratorium im heimischen Keller eine Teleportationsapparatur. Als er einen Selbstversuch unternimmt, ist versehentlich eine Stubenfliege mit ihm in der Telebox. Das Ergebnis: Beide Geschöpfe tauschen ein paar Körperteile aus und gehen dann ihrer Wege. So ein Fliegenkopf und immer vor dem Essen erbrechen zu müssen, nicht wie gewohnt hinterher, machen aber gar keinen Spaß. Was sollen bloß die Nachbarn denken…?

DIE FLIEGE ist klassischer Sci-Fi-Horror aus den vom Kalten Krieg gebeutelten USA der 1950er-Jahre. Das Atomzeitalter hatte begonnen. Alles schien möglich. Mikrowellen, Hamburger, Atombomben. Nur ein paar wenige Regisseure witterten die Schattenseite der Medaille und schickten ihre drohenden Botschaften in Form von düsteren Zukunftsvisionen unters Volk. Es entstanden Meilensteine des Horrorfilms wie DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT, DER TAG, AN DEM DIE ERDE STILL STAND, DIE DÄMONISCHEN, PLAN 9 FROM OUTER SPACE und eben auch DIE FLIEGE.
Teleportieren, heute auch „Beamen“ genannt, war damals noch ganz neu und reine Fiktion. Dass die Idee technisch noch nicht vollends ausgereift war, zeigen die diversen Unfälle in diesem Film. Da landet schon mal eine Katze im Äther und der „Made in Japan“-Schriftzug auf dem teuren Chinageschirr wird spiegelverkehrt ausgespuckt. Ärgerlich! Der Film beginnt dort, wo der Terminator im ersten Teil endete, nämlich in einer Stahlpresse. In dieser hat der deformierte Forscher André mit Beihilfe seiner Gattin Helené den Freitod gewählt und sich, ganz wie es sich gehört für ein schwirrendes Insekt, zerquetschen lassen. Polizei und Francois Delambre (Vincent Price, THE PIT AND THE PENDULUM, DR. PHIBES 1 + 2, THEATER DES GRAUENS), der Bruder des Verblichenen, tragen mühselig den Tathergang zusammen. Die Handlung gestaltet sich also in Form von Rückblenden und Erzählungen von Ehefrau Helené.

DIE FLIEGE enthält viele elegante Herren in Anzug und Krawatte. Alle tragen vornehme französische Namen. Es fehlt in der Tat nur ein Jean-Jacques. Das nervöse Summen zu Beginn deutet das drohende Unheil an. Der deformierte André läuft nach seinem Unfall größtenteils mit Tuch überm Kopf und Hand im Kittel herum. Höhepunkte des Films sind dann die Momente, in denen man sein schauriges Insektenantlitz zu Gesicht bekommt. Gegenpart zu ihm ist eine Fliege mit Menschenkopf und –arm. Diese entet fiepend im Netz einer Vogelspinne.
Der Streifen ist ein zeitloser Klassiker. Verglichen mit dem FX- und Gore-lastigen Remake von David Cronenberg fällt das Original natürlich weitaus weniger visuell aus. In Punkto Atmosphäre und Bedrohlichkeit kann es der alte Hase aber immer noch locker mit dem Remake aufnehmen.

Fazit:
Bzzz Bzzz, Summm Summm - ZAPP! Einfach genial.

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