Hin und wieder wird man mit einer Reihe minderwärtiger TV-Produktionen belästigt, die viel versprechen, aber nix halten. In diese Reihe braucht sich Heart Attack glücklicherweise nicht einzureihen, da er durchweg spannend und unterhaltsam inszeniert wurde, was für eine herkömmliche Fernsehproduktion inzwischen nicht mehr selbstverständlich ist. Für einen kurzweiligen Abend am Fernseher mit der nötigen Portion Spannung reicht es hier allemal.
Eine heimtückische Mordserie versetzt Seattle in Panik: Ein Psychopath funktioniert harmlose Herzschrittmacher zu tödlichen Bomben um. Zwei Menschen hat der Killer bereits auf seinem Gewissen. Beide Opfer wurden von Dr. Gillian Hayes (Penelope Ann Miller) behandelt. Mögliches Motiv: Vor einiger Zeit starb ein Junge bei einer riskanten Herz-OP. Für die Chirurgin und den Sprengstoffexperten Tom Royko (Judge Reinhold) beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Doch der Killer hat längst einen weitaus perfideren Plan ersonnen...
Judge Reinhold (Beverly Hills Cop) macht sich als lokaler Hero recht gut. Schön ihn wieder mal in einer actionbetonteren Rolle zu sehen. Auch Penelope Ann Miller (Das Relikt) schlägt sich gut und weiß sich prima mit Reinhold zu ergänzen. Hingegen hat man mit Timothy Busfield (National Security) kein allzu glückliches Händchen gehabt, denn er entpuppt sich eher als ein Psycho aus der Klischeekiste. Somit kein neuer John Doe oder Jigsaw. Bei den Nebendarstellern wie Fulvio Cecere (Der Knochenjäger) als Roykos Partner gibt's nichts zu meckern.
Die Handlung von Heart Attack ist schon recht absurd, aber dennoch interessant genug, um einen vom wegschalten zu hindern. Da vergisst man dann auch gerne mal einen ganzen Sack voll an Logikfehlern, wenn die Spannung und die Hauptdarsteller stimmen. Mit dem nötigen Tempo wurde das Szenario auch abgedreht, damit kaum Langeweile aufkommt. Die Location geht auch in Ordnung, wenngleich Vancouver der Drehort war und nicht, wie im Film, Seattle. Von den Außen- und Innenaufnahmen gibts nichts zu bemängeln, wenn man das Budget für eine solche Produktion bedenkt. Da habe ich schon weitaus schlechteres gesehen. Die Action geht auch in Ordnung, auch wenn nicht allzu viel Geballer oder Nahkämpfe geboten werden. Die Hauptfiguren sind auch zufriedenstellend, da man hier und da auch was über ihren Charakter erfährt.
Somit verbleibt Heart Attack als nettes Filmchen, mit einem gut eingesetzten Spannungsbogen und brauchbare Hauptdarsteller, bei denen dann die Logikfehler auch nicht so wichtig sind.